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Presseschau

17.10.2009 - Münsingen (Baden-Württemberg):
Zeugen am Wegesrand
Eingetragen von Redaktion

Die Dokumentation und Erfassung der rund 2 000 Kleindenkmale im Landkreis Reutlingen hat begonnen. Geld allein reicht nicht aus, Engagement ist gefragt

Alte, von Menschenhand geschaffene Kleindenkmale bergen oft spannende Geschichten, aber auch Rätsel in der heutigen Zeit. Sie sind »Heimatkunde am Wegesrand«. »Kleindenkmale sind vielerorts in höchstem Maß bedroht nicht nur von Diebstahl oder Vandalismus, sondern vor allem vom Vergessen«, betonte Landrat Thomas Reumann jetzt bei seinem Besuch am »Sühnekreuz« am alten Trailfinger Weg.

Quelle: Kojzek
Fachleute sind zusammen mit engagierten Bürgern Kleindenkmalen im Landkreis auf der Spur.
Teils überwuchert und zerfallen, zerstört oder gefährdet durch den Wegebau und die Flurbereinigung, seien Kleindenkmale »erhaltungswürdig«, sind sich Historiker wie Fachleute einig.

Gemeinsam mit Vertretern des Landesamts für Denkmalpflege und des Kreisarchivs war der Landrat als Schirmherr der Aktion gekommen, um das neue, auf zwei Jahre ausgelegte Projekt »Dokumentation und Erfassung der Kleindenkmale« vorzustellen.

Rund 2 000 Kleindenkmale von insgesamt 30 000 in Baden-Württemberg seien allein im Landkreis Reutlingen zu finden, doch sei die Dunkelziffer dabei sehr hoch. »Sie sind Teil unserer Kulturgeschichte und in hohem Maße Identität stiftend«, fügte Reumann an.

Gesammelte Werke

»Menschen, die hier leben, sind die Fachleute zum Projekt«, erklärte Kulturwissenschaftlerin Martina Blaschka vom Projekt Kleindenkmale in Baden-Württemberg. »Ob Brunnen oder Wegkreuz, es gibt immer jemanden, der die Geschichte dazu kennt«. »Und auch die werden neben den Denkmalen von uns gesammelt«, hob Dr. Irmtraud Betz-Wischnath, Leiterin des Reutlinger Kreisarchivs hervor. »Erzähltradition« werde dabei mit den Kulturdenkmalen gemeinsam bewahrt, so die Initiatoren.

»Im Biosphärengebiet erleben wir gerade eine Renaissance kleiner Denkmale«, berichtete Münsingens Bürgermeister Mike Münzing. Aktuell seien in Münsingen sogar (Bau-)Anträge für eine alte Kapelle und ein Wegkreuz auf den Tisch gelegt worden, informierte er. Benötigt werde nun Mithilfe, ehrenamtliche Arbeit und bürgerliches Engagement, um das Projekt, neben den gestifteten 7 000 Euro des Landkreises, erfolgreich zu realisieren. Für jedes Objekt, das aufgespürt wird, soll ein Erfassungsbogen angelegt werden. Es wird vermessen, fotografiert, seine Inschriften notiert und der Standort in eine Karte eingetragen. Vorrangig zählten dabei Kleindenkmale außerhalb der Ortschaften in Wald und Flur.

Projektauftakt am Donnerstag

»Nur mit Dokumentation können wir der hohen Verlustrate entgegenwirken«, unterstrich auch Reinhard Wolf, Vizepräsident des Schwäbischen Albvereins. Ein Buch mit »gesammelten Werken« könnte dabei den Abschluss bilden. Am 22. Oktober findet die Auftaktveranstaltung zum Projekt im Landratsamt Reutlingen um 19 Uhr statt. (GEA)

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger, 17.10.2009

Weitere Informationen zu diesem Thema:
VON PATRICIA KOZJEK


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Ortsinformationen

Münsingen

Ort: Münsingen
PLZ: 72525
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Reutlingen


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