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Presseschau

23.07.2009 - Kitzingen (Bayern):
Der Bildstock mit der falschen Zahl
Eingetragen von Redaktion

Kitzingens vermutlich ältester Bildstock hat sicheren Platz im Museum
Aus dem Jahr 1274 stammt er sicher nicht. Da sind sich die Fachleute einig – trotz der eingehauenen Jahresbezahlen. Ein Riemenschneider ist er auch nicht, eher was Rustikales. Dennoch gilt der Bildstock mit der Kreuzigungsszene als der älteste in der Stadt. Er steht jetzt – geschützt vor Wind und Wetter – im städtischen Museum.

Er gilt als der älteste Bildstock Kitzingens und hat jetzt im städtischen Museum einen sicheren Platz gefunden. Nach der Restaurierung schauten sich das neue Schmuckstück in der Landwehrstraße an (von links): Oberbürgermeister Siegfried Müller, Marianne Bischoff vom Förderverein des Museums, stellvertretenden Kulturreferentin Elvira Kahnt und Restaurator Siegfried Scheder.
Quelle: Siegfried Sebelka
Zu verdanken ist die Sicherung des vom Zerfall bedrohten Steins, der zuletzt im Garten des Altenheims St. Elisabeth im Durchgang von Alten Krankenhaus zur Kapuzinerstraße stand, vor allem Prof. Klaus Arnold. Der Vorsitzende des Museumsvereins hat sich des spätgotischen Bildstocks angenommen.
Den Stadtrat überzeugt

Er hat die VR Bank als Sponsor gewonnen und den Stadtrat von der Notwendigkeit überzeugt, dass der Stein saniert und sicher verwahrt werden muss. Das Ergebnis ist jetzt im Museum und am alten Standort zu sehen – im Museum das restaurierte Original, im Garten eine detailgetreue Kopie aus Feinmörtel.

Wie der Geschichtsprofessor den Stein einordnet, das erzählte Marianne Bischoff bei der Vorstellung des neuen Ausstellungsstücks im Museum. Danach stammt der spätgotische Bildstock aus Sandstein aus dem Jahren um 1470. Er ist seit langem in Besitz der Stadt.

Der Bildstock zeigt eine Kreuzigungsszene, Christus mit Maria und Johannes, umrahmt von einer sechseckigen Nische, die oben in einem Bogen ausläuft und unten als Schädelstätte (Golgatha) abgeflacht ist. Auf der rechten Seite ist in einer Nische vermutlich der heilige Jakob dargestellt. Die unter den Figuren eingeschlagene Zahl 1274 ist laut Arnold erst im 19. Jahrhundert angebracht worden. Warum, kann sich niemand erklären.

Der durch Witterungseinflüsse stark geschädigte Stein stand nach Abbildungen des 16. Jahrhunderts am heutigen Gustav-Adolf-Platz, etwa da, wo heute Steinbrenners Hadeloga ihren Schleier wirft. Später war der Stein an der Außenwand des ehemaligen Museums gegenüber dem heutigen in der Landwehrstraße angebracht, bevor er im Garten des Elisabethenheims landete.
Besuch beim Restaurator

Bevor der Keuper-Sandstein ins Museum umgezogen ist, war ein Besuch beim Restaurator Siegfried Scheder fällig. In dessen Werkstatt in Ochsenfurt wurde der in den 80er Jahren schon einmal restaurierte und in Acryl getränkte Stein noch einmal generalüberholt. Vor allem die trotz Aryl entstandenen Risse wurden beseitigt. Hauptaufgabe, so Scheder, war dann die Erstellung der Kopie. Die wurde mit mehrschichtigen Verfahren mit harten und weichem Silikon erstellt und dann mit eingefärbtem Gießmörtel ausgegossen. Das Ergebnis steht etwas 100 Meter Luftlinie vom Original entfernt.

Oberbürgermeister Siegfried Müller nutzte bei der Vorstellung des Steins die Gelegenheit, dem Förderverein und seinem Vorsitzenden für ihren Einsatz ebenso zu danken wie dem Sponsor und der Museumsleiterin Stephanie Nomayo. Die kann sich durchaus vorstellen, weitere steinere Dokumente aus der Kitzinger Geschichte in ihrem Haus eine sichere Unterkunft zu gewähren.

Quelle: Main Post, 23.07.2009


Weitere Bilder zum Thema:
Eine Kopie des vermutlich ältesten Kitzingen Bildstocks steht da, wo bis vor kurzem das Original Wind und Wetter ausgesetzt war – im Garten des Elisabethheims in der Kapuzinerstraße.
Er gilt als der älteste Bildstock Kitzingens und hat jetzt im städtischen Museum einen sicheren Platz gefunden. Nach der Restaurierung schauten sich das neue Schmuckstück in der Landwehrstraße an (von links): Oberbürgermeister Siegfried Müller, Marianne Bischoff vom Förderverein des Museums, stellvertretenden Kulturreferentin Elvira Kahnt und Restaurator Siegfried Scheder.
Ortsinformationen

Kitzingen

Ort: Kitzingen
PLZ: 97318
Bundesland:Bayern
Kreis: Kitzingen


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