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Presseschau

30.08.2000 - Berching (Bayern):
Historische Grenzsteine erinnern an ehemaliges Herrschaftsgebiet der Eichstätter Bischöfe
Eingetragen von Redaktion


Historische Grenzsteine im Bereich des ehemaligen Herrschaftsgebietes der Eichstätter Bischöfe hat Karl Röttel in seinem Buch ,,Das Hochstift Eichstätt“ erfasst. Noch heute zeugen Grenzsteine, wie der zwischen Sollngriesbach und Erasbach, vom damaligen Verlauf des Eichstätter Gebietes.

Das von Röttel geschriebene Buch gibt Aufschluss über Grenzsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Grenzsteine sind wie Kapellen, Steinkreuze oder Marterl erhaltenswerte Flurdenkmäler. Die Steine, die zur Aussonderung oder Unterscheidung vom Nachbargebiet gebraucht werden, heißen Marksteine, erläutert Röttel in seinem Buch.

Sollen sie zur Erkennung unterirdischer Rechte dienen (Grubenbau), spricht man oft von Markscheidung. Mark im Sinne von Grenze, Grenzland ging in die Bezeichnung der Gebiete ein, die als gesicherte Vorposten das Reich schützten. Bekannt sind die Grafen der Mark Brandenburg, Mark Meißen, Mark Mähren oder der Steiermark.

Grenzfrevler wurden bestraft

Im 13. Jahrhundert bürgerte das westslawische Wort Grenze ( graniz“) den Begriff Mark aus, so dass man ihn nur noch in ,,Gemarkung“ findet. Aus dem Althochdeutschen kommen die ,,Malsteine“ (mal = Zeichen), ,,Weichbild“ (wich = Siedlung, ,,bilede“ = Recht), also ursprünglich Ortsrecht. Schließlich trifft man noch auf den Namen Bannstein (ban = Gebot, Verbot).

Heute heißen alle Steine für Gebietsabgrenzungen ,,Grenzsteine“, die jeweiligen Standorte ,,Grenzpunkte. Es wird berichtet, dass bereits die ersten römischen Könige verlangten, dass jeder seinen Acker ,,versteinen“ muss. Strafen für Grenzfrevler wurden angedroht. Die ,,Lex Agraris“ Cäsars traf ähnliche Anordnungen. Aus dem Jahr 81 existieren Grenzbereitungsprotokolle.

Seit 1802 Bayern vom „Hochstift Eichstätt“ Besitz ergriffen hat, war auch der weltliche Glanz des Bischofs als ,,Fürst“ untergegangen, und 1806 geht das ,,obere Hochstift Eichstätt“ endgültig ins Königreich Bayern über. Für Berching hatte dies zur Folge, dass die Stadt sämtliche Ämter verlor. Der Stein bei Sollngriesbach, etwas im Waldrand versteckt, gibt Zeugnis von dieser Zeit. Über das Gebiet Oening, Raitenbuch, Wackersberg, Ernersdorf, Rappersdorf, Pollanten und Erasbach zog sich die äußere Grenze des Hochstifts.

Kompaktes Material gewählt

Der Stein zwischen Sollngriesbach und Erasbach zeigt das Wappen des Hochstifts Eichstätt. Der Bischofsstab wurde durch die Diener des Königs weggemeißelt und dafür die Buchstaben K. W. eingehauen. KW bedeutet königlicher Wald. Ein weiterer Stein steht noch am alten Weg von Holnstein. In diesem Bereich zweigt die innere Grenze zwischen Greding und Beilngries in Richtung Süden von der Hochstiftsgrenze ab.

Damit Beschädigungen von Grenzsteinen möglichst verhindert wurden und das Regenwasser abfließen konnte, wählte man meist eine runde oder spitze Kopfform des Steines. Naturgemäß achtete man auch bei der Wahl des Steinmaterials auf Beständigkeit und Kompaktheit. Die Personen, denen die Ehre des Grenzüberwachens zuteil wurde, sind unter dem Namen Siebener, Steinsetzer, Flurer bekannt.

Quelle: MIttelbayrische Zeitung, 30.08.2000
Ortsinformationen

Berching

Ort: Berching
PLZ: 92334
Bundesland:Bayern
Kreis: Neumarkt in der Oberpfalz


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