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18.11.2017
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Presseschau

04.11.2008 - Heimsheim (Baden-Württemberg):
Alte Grabsteine führen zu neuem Streit
Eingetragen von Redaktion

Bei alten Grabsteinen auf dem städtischen Friedhof in Heimsheim spalten sich die Geister. Für manche Stadträte sind sie vergänglich, andere stufen die steinernen Zeugen als Kulturdenkmäler ein und wollen sie erhalten.

Dieses Thema sorgte jetzt nicht zum ersten Mal für Diskussionen im Gemeinderat. An den Grabsteinen nagt der Zahn der Zeit. Feuchtigkeit und die Aufnahme von Salzen sowie Schadstoffe setzten den Grabmalen, die häufig aus rotem Buntsandstein bestehen, mächtig zu. Die meisten stammen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Die Schrift wird unleserlich und die Grabsteine zerfallen. Die Krux: Viele Grabsteine befinden sich in der Friedhofsmauer und ihre Konservierung ist schwierig. „Der Stein wirkt wie ein Schwamm, er nimmt Nässe und Salze aus der Mauer auf und die Oberfläche platzt ab“, sagte Restauratorin Silke Günther.


Rettung für „nahezu Verlorenes“
Das will der Gemeinderat der Stadt nach einem Antrag und Vorstoß von Heinz Philippin (UWV), den Andreas Wein (FWV) noch weiter fasste, verhindern. Nun sollen nämlich nicht nur die mäßig bis gut erhaltenen Grabsteine geschützt und erhalten werden, sondern auch die von Restauratorin Silke Günther als „nahezu verloren“ eingestuften Exemplare. Studenten, die sich mit Restaurationen und dem Erhalt von Sandsteinen in ihrer Diplomarbeit beschäftigen, sollen sich darum kümmern. Auf die Idee mit den Studenten kam Gemeinderätin Gaby Wulff (BfH), ihren Gedanken griff Wein auf und baute diesen in seinem Antrag mit ein. Damit konnte sich Bürgermeister Uwe Rupp nicht anfreunden und stimmte dagegen. Walter Müller (FWV) enthielt sich. Dies tat Rupp bereits als es um den Erhalt der mäßig bis gut erhaltenen Steine ging.


Erbe wird angezwackt
Falls die studentische Lösung bei den nahezu verlorenen Grabsteinen nicht greife, wollen sich einige Gemeinderäte dafür stark machen, dass Geld aus dem für den Friedhof zweckgebundenen Erbe von Frida Beck verwendet wird. Als das Erbe – 300 000 Euro sind noch übrig – zur Sprache kam, war es für Gaby Wulff keine Diskussion mehr wert, „um ein paar Tausend Euro zu diskutieren. Wir sind verpflichtet das zu tun. Was zu retten ist, muss gerettet werden.“

Ihr pflichtete auch Fraktionskollegin Evelyn Richter (BfH) bei, der es besonders um die Figuren der nahezu verlorenen Grabsteine ging. Auch Renate Niehaus (SPD) sah in den alten Grabsteinen auf dem Friedhof Erhaltenswertes. „Sie machen geschichtlich und optisch etwas her“.

„Das Erbe ist nicht nur für Grabsteine gedacht“, erinnerte Gemeinderat Bernd Schönfelder (FWV). Denn für den Erhalt von etwa 30 Grabsteinen müssen ohne Drainage und Kiesschüttung und weitergehende Maßnahmen mindestens 30 000 Euro locker gemacht werden. Werden die Grabsteine als Kleindenkmäler eingestuft, dann gibt es einen Zuschuss vom Land von 7000 Euro. Der Rest soll aus dem Erbe beglichen werden.

Quelle: Pforzheimer Zeitung, 04.11.2008
Ortsinformationen

Heimsheim

Ort: Heimsheim
PLZ: 71296
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Enzkreis


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