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19.11.2017
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Presseschau

19.07.2008 - Achern (Baden-Württemberg):
Kreuzwegsteine erhalten einen frischen Schliff
Eingetragen von Redaktion

Restaurationsarbeiten laufen derzeit rund um die Alte Kirche Fautenbach

Vor drei Wochen erstmals nach Fautenbach gekommen, gehören zwei oftmals in Schutzanzüge eingehüllte junge Frauen mittlerweile schon fast zum Ortsbild rund um die ehemals der Heiligen Christina geweihten Alte Kirche Fautenbach.

Quelle: Michael Karle
Diplom-Restauratorin Michaela Sosnowski und Praktikantin Claudia Koch restaurieren die Fautenbacher Kreuzwegsteine.
Achern-Fautenbach. Michaela Sosnowski und Claudia Koch restaurieren als Mitarbeiterinnen der Firma Grether, Freiburg, mit Unterstützung des Landesdenkmalamtes Kreuzwegsteine, die vor wenigen Jahren im Zusammenhang der Erfassung der örtlichen Kleindenkmäler neu ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gekommen sind. Diese, so betonte Ortsvorsteher Gebhard Glaser, sollten nun nach dem Wunsch des Ortschaftsrates wieder in einen ansprechenden Zustand gebracht werden.
Hergestellt wurden die Tafeln im sehr aufwändigen Freskoschmelzverfahren, das dem Emaile- oder Majolikaverfahren ähnelt und heute wohl nirgends mehr praktiziert wird, wie die Diplom-Restauratorin Michaela Sosnowski mutmaßt. Mehrfach und bei unterschiedlichen Temperaturen haben die Tafeln seinerzeit wohl gebrannt werden müssen, was Sosnowski aus der unterschiedlichen Dicke der einzelnen Farbschichten schließt.
Nach dem letzten Brand habe man die Platten »in Speis« auf 1,50 bis 2 Meter hohe Granitblöcke gelegt und mit einer zweiten, einfacher gefertigten Platte ergänzt, auf der die Namen von zwei oder drei gefallenen Fautenbacher Soldaten zu sehen sind. Die Namenszüge seien mit einer einfachen pastosen Farbschmelze versehen worden, und beide Platten dann mit einem, heute nur noch teilweise vorhandenen, Rahmen aus goldenen Mosaikstäbchen verziert worden

In den vergangenen Wochen haben die beiden Frauen die brüchigen Stellen mit einem mineralischen Mittel verfestigt und anschließend ihr Hauptaugenmerk darauf gelegt, sämtliche Platten zu reinigen.
Moos weggeblasen
Mit einem Mikrofeinstrahl aus Glasperlen wird dabei jeglicher Moosbewuchs und sonstige Krusten abgeblasen, eine Arbeit, die oftmals der Praktikantin Claudia Koch zukommt.
Insgesamt kämen am Ende die Kreuzwegsteine wieder in präsentierbaren Zustand und die Farben und Schriftzüge seien wesentlich frischer und ließen zumindest etwas von der ursprünglichen Strahlkraft erahnen, freuen sich die Restauratorinnen schon heute auf ihr in Ansätzen bereits jetzt zu erkennendes Ergebnis.
Am 24. Juli 1921, dem seinerzeit als Hochfest begangenen Patrozinium der Heiligen Christina durch Ortspfarrer Josef Boll zusammen mit einer neuen Glocke für die alte Kirche eingeweiht, waren die Steine auf Initiative Bolls zu Ehren der im ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten des Ortes aufgestellt worden. Versehen wurde der rechts der Kirche angebrachte Heldenhain am Eingang mit einem ebenfalls erhaltenen Bogen aus Granit, auf dem die Inschrift zu lesen war: »Den edlen Söhnen der Gemeinde, die ihr Leben für uns gaben«.
Die in der damals bedeutenden Offenburger Werkstatt Börner gefertigten Bildtafeln stellen bis auf den heutigen Tag eine kunst- und heimatgeschichtliche Rarität dar, wie die Verbindung der klassischen Kreuzwegstationen mit dem Gedenken an gefallene Soldaten.

Quelle: Baden Online, 19.07.2008
Ortsinformationen

Achern

Ort: Achern
PLZ: 77855
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Ortenaukreis


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