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Presseschau

06.07.2008 - Roßdorf (Hessen):
Rätsel um Vermächtnis aus der Steinzeit der Menhire
Eingetragen von Redaktion

Die jungsteinzeitliche Menhir-Anlage nahe der B 26 zwischen Roßdorf und Darmstadt ist womöglich größer als bisher angenommen.

Y-STEIN in Roßdorf
Quelle: Karl Henz Bärtl
Er gehört zu einer größeren Anlage. In die Steine, die vermutlich zur Religionsausübung dienten, sind Zeichen eingemeißelt – hier der Buchstabe Y. Der Roßdörfer Professor Wolfgang Krajewski hat den Untergrund der Fundstelle sondiert.
Geotechniker der Hochschule Darmstadt sind bei Sondierungen auf vier „Anomalien im Boden“ gestoßen, bei denen es sich um weitere Felsblöcke handeln könnte. Das geht aus einem Untersuchungsbericht vor, den der Roßdörfer Professor Wolfgang Krajewski jetzt vorgelegt hat.

Heimatforscher hatten die Menhir-Anlage bereits 1967 entdeckt und ihr 14 Steine zugeordnet, doch eine wissenschaftliche Dokumentation oder Sicherung ist bis heute unterblieben.

Die sieben kleineren Steine nahm einst das Ober-Ramstädter Museum mit, um sie vor Andenkenjägern zu bewahren. Die sieben größeren sind wegen ihres Gewichts vor Ort geblieben. Der größte Brocken ist immerhin 2,18 Meter hoch und wiegt vier Tonnen.

Nachdem 40 Jahre niemand großes Aufhebens um den Fund machte, ließ sich im vergangenen Herbst der Roßdörfer Professor für die Fundstätte begeistern (wir berichteten). Er ist Mitglied im Kulturhistorischen Verein, der zwei Mal im Jahr Führungen zur Anlage anbietet.

Krajewski spricht von einer „überregionalen vorgeschichtlichen Bedeutung“ und fordert weitere Erkundungen. Die im Erdreich verborgenen Felsen könnten in Abstimmung mit der Denkmalbehörde untersucht werden. Da die Anlage Teil eines Naturschutzgebiets auf den Scheftheimer Wiesen ist, sollten Naturschutzverbände und -behörden eingeschaltet werden.

Krajewski rät auch dringend, die halb im Wald, halb auf der Wiese befindliche Anlage durch „Freimachung des Geländes gegen Unterspülungen und Wurzeldruck zu sichern“. Der Professor schlägt unter anderem vor, das Areal wieder „in den früheren Wiesen-Auen-Zustand zu versetzen“.

Roßdorfs Bürgermeisterin Christel Sprößler begrüßt alle Bemühungen zur weiteren Erkundung der Menhire. Für den Sondierungseinsatz der Wissenschaftler hat die Gemeinde 1000 Euro locker gemacht, obwohl die Steine knapp auf Darmstädter Gemarkung liegen.

Michael Frtz


Quelle: Darmstädter Echeo, 06.07.2008

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Ausführlich im Landkreis-Teil der Montagausgabe des „Darmstädter Echo“ (07.07.2008).
Ortsinformationen

Roßdorf

Ort: Roßdorf
PLZ: 64380
Bundesland:Hessen
Kreis: Darmstadt-Dieburg


Schlagwörter:

64380,


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