monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
19.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Presseschau

08.05.2008 - Havixbeck (Nordrhein-Westfalen):
Ausstellung - Zeichen vergangener Zeiten
Eingetragen von Redaktion

HAVIXBECK Neue Straßen, Umweltverschmutzung und die rückläufige Religiosität lassen die Zahl der Bildstöcke und Wegekreuze im Münsterland dahinschmelzen. Eine Ausstellung wie „Zeichen am Wege“ im Sandsteinmuseum Havixbeck könnten der Anfang der Rettung sein.

Museumsleiter Dr. Joachim Eichler schätzt, dass es noch etwa 5000 solcher steinerner Zeugen gibt, die alle eine Geschichte erzählen. Originale und Fotos ergänzen sich in der Schau, die jetzt nochmal verlängert wurde: Der Havixbecker Bildhauer Wilfried Pinsdorf hat Bildstöcke und Wegekreuze in Havixbeck, Altenberge, Dülmen und Haltern fotografiert, Eichler fand im Magazin des Museums Originale, die noch nie ausgestellt wurden. Darunter ein Christuskopf (Foto) von 1835, der aus den Schuttbergen des Zweiten Weltkriegs in Münster geborgen wurde.

Flucht vor den Wiedertäufern

Ans Tageslicht geholt wurde auch der Probeabguss des Kreuzigungsreliefs aus dem Bildstock Wildermann in Havixbeck. Das Original wird Johann Brabender zugeschrieben, datiert um 1540. Das Foto von Pinsdorf zeigt den Bildstock in originaler Schönheit. Eichlers Recherchen ergaben, dass Brabender auf der Flucht vor den Wiedertäufern in Havixbeck gelebt hat. Das Relief könnte ein Geschenk für die Beherbergung gewesen sein.

Der Mord an Mersche Tilbeck

Bei der Restaurierung am Bildstock Friehage aus Havixbeck entdeckte man eine Inschrifttafel sowie Schriftstücke, die in einer Metallhülse steckten. Laut der Schriften stifteten Johann Friehage aus Havixbeck und Maria Lenter aus Herkentrup 1758 das Relief, das „Übel, Krankheiten und Todesfälle“ abwenden sollte. Für Mersche Tilbeck kam das zu spät. Laut einer Sage wurde sie zwischen Stift Tilbeck und Schapdetten ermordet. Doch statt Geld fanden die Meuchelmörder in ihrer Börse nur alte Nägel. Ein Kreuz aus dem Jahr 1641 steht bis heute am Tatort.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotos von Bildhauern, die das Münsterland im 19. und 20. Jahrhundert prägten.

Bis 12. Mai, Di bis So 11-18 Uhr.

Quelle: Münsterche Zeitung, 08.05.2008

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Elvira Meisel-Kemper am 6.05.2008 18:06 Uhr
Ortsinformationen

Havixbeck

Ort: Havixbeck
PLZ: 48329
Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Kreis: Coesfeld


Verwandte Beiträge

Flurdenkmale (58)
Museen / Ausstellungen (23)
Nordrhein-Westfalen (102)
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß