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Presseschau

15.11.2007 - Oberndorf am Neckar (Baden-Württemberg):
Vortrag: Feldkreuze erinnern an vergangene Tage
Eingetragen von Redaktion

Regen Zuspruch erhielt der Vortrag des Vereins für Denkmal- und Stadtbildpflege im Förderverein Scheffelhaus über das Buch zur Erfassung der Kleindenkmale im Raum Oberndorf. Sogar aus Sulz, Horb und der Ortenau waren Zuhörer gekommen.

Vorsitzende Margret Stetter stellte die bebilderte Dokumentation vor, in der mehr als 70 Feld-, Weg- und Sühnekreuze, Gedenk- und Markierungssteine mit allen Merkmalen, Inschriften und Besonderheiten aufgezeichnet sind. Der Verein hatte dem Landesdenkmalamt die ehrenamtliche Erfassung der Kulturdenkmale zugesagt und 2003 mit der Arbeit begonnen. Stetter übernahm die Suche in Oberndorf und Beffendorf, Gisela Abberger in Hochmössingen und Hedwig Seidel in Altoberndorf und Bochingen. Sie zeigten einen Querschnitt aus allen Orten und berichteten über historische Hintergründe. Auf Initiative von Alfred Danner wurde eine Reihe der Kreuze unter Denkmalschutz gestellt.

Martina Blaschka vom Landesdenkmalamt würdigte den Einsatz und erklärte das Projekt. Sie zeigte Lichtbilder von außergewöhnlichenÊ Kreuzen, Gedenksteinen und Bildstöcken und erläuterte deren Geschichte. "Kleindenkmale vermitteln historisch-kulturelles Wissen, sie gestalten und prägen unsere Umgebung und unsere Landschaft, sie sind eine Botschaft von Menschenschicksalen."

Stetter erzählte von vier Kreuzen, die in Oberndorf stehen. Das älteste stammt aus dem Jahr 1810 und steht unter Denkmalschutz. Es ziert den Buchumschlag und hat eine interessante Vergangenheit. Das Gedächtniskreuz stand ursprünglich auf dem Talfriedhof und wurde 1932 auf den Lindenhof umgesiedelt, weil die alte Friedhofskapelle für einen Neubau abgebrochen wurde. Zurzeit wird es restauriert. In Beffendorf sind 17 Kleindenkmale erfasst worden, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen.

"Auf der Gemarkung Hochmössingen stehen 14 Kreuze", sagte Abberger. "Auch heute noch werden Feldkreuze bei den Öschprozessionen besucht." Sie zeigte das alte Wegkreuz, das vor der Agatha-Kapelle unterÊ der mächtigen, mindestens 800 Jahre alten LindeÊ steht. Die Enden der Kreuzbalken sind wie ein dreiblättriges Kleeblatt geformt. "Hier bilden drei Denkmale eine Einheit von besonderem Reiz."

In Altoberndorf hatte Seidel 17 Kleindenkmale gefunden, hauptsächlich Feldkreuze. Ein Sandsteinkreuz mit einem Korpus aus Metallguss steht am Fuß des Kreuzbergs, gestiftet 1882. "Von dort zieht sich ein Kreuzweg mit 14 Stationen hoch zur Kapelle", erzählte Seidel. Das Landesdenkmalamt habe den gesamten Kreuzberg mit der Kapelle, dem Kreuzweg, der Lourdesgrotte und dem Kreuz in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen.

In Bochingen hat Seidel 16 Objekte erfasst. Fünf Sandsteinkreuze ohne Korpus sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt worden und mit einem Spruch oder Bibelzitat beschriftet. Ein Gedenkstein an der Straße nach Boll erinnert an den Unfalltod des Pfarrers Bachmoor im Jahr 1886. Dieser hatte 1859 das Missionskreuz vor der Westfassade von St. Mauritius aufstellen lassen.

Quelle: Schwarzwälder Bote, 15.11.2007
Ortsinformationen

Oberndorf am Neckar

Ort: Oberndorf am Neckar
PLZ: 78727
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Rottweil


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