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19.11.2017
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Presseschau

23.10.1999 - Hausen am Tann (Baden-Württemberg):
Sägekreuz ist gerettet
Eingetragen von Redaktion

Ältestes Kreuz auf der Hausener Gemarkung - In Eigenregie saniert

Krumm, windschief und kurz vor dem völligen Zusammenbrechen war das alte Kreuz am Ortseingang von Hausen a. T. Seit kurzem steht das Kunstwerk wieder wie aus dem Ei gepellt an seinem angestammten Platz.
von Daniel Seeburger

Quelle: Daniel Seeburger
Das "Sägekreuz" an der Ortseinfahrt in Hausen a. T. wurde von Herbert und Alexander Schäfer in Eigenregie saniert.
"Das Kreuz war total zerfallen", erklärt Herbert Schäfer aus Unterdigisheim. Zusammen mit seinem Sohn Alexander hat der gebürtige Ratshausener das so genannte "Sägekreuz" sanieren lassen. Die Verbindung der Schäfers zu Hausen am Tann besteht schon seit langer Zeit. Der Landwirt Alexander Schäfer beispielsweise hat auf Gemarkung der kleinen Schlichemtalgemeinde eine Angus-Rinderherde auf der Weide stehen.

Die Renovierung des Kreuzes sieht Herbert Schäfer nicht nur als wichtige kulturhistorische Notwendigkeit an. "Wir sehen es auch als Dank für die guten Ernten an und dafür, dass in den vergangenen Jahren keine Unglücksfälle geschehen sind".

Durch die Sanierung haben die Schäfers das "Sägekreuz" vor dem Zerfall gerettet. Beteiligt an der Renovierung war der Steinmetzmeister Karl-Heinz Ströbel aus Schömberg, der Malerbetrieb Schmidberger aus Schömberg, Kunstmaler Anton Dannecker aus Ratshausen und der Ratshausener Gipser Hans Staiger.

Zwischen 1870 und 1900 müsse das gusseiserne Kreuz wohl aufgestellt worden sein, erzählt Herbert Schäfer. Der Sockel könne eventuell aus einem ehemaligen Grabstein hergestellt worden sein, zu dem das Kreuz dann individuell gefertigt wurde. Sicher sei, so Schäfer, dass genau an der Stelle, an der das Kreuz steht, um das Jahr 1890 der "Schulmeister Johannes" aus Hausen beim Holzfällen tödlich verunglückt war. dieser Johannes Neher, so sein richtiger Name, sei zwar kein Lehrer gewesen, er habe sich aber seine umfassende Bildung bei einem längeren Schweiz-Aufenthalt angeeignet und später sein Wissen in der Schlichemtalgemeinde weiter gegeben, führt Herbert Schäfer aus.

Seinen Namen hat das "Sägekreuz" von einer Sägemühle erhalten, die früher gegenüber dem Standpunkt des Eisenkreuzes gestanden hat. Nach dem Krieg ist diese Mühle abgegangen, der Mühlkanal allerdings ist noch erhalten.

"Es wäre nicht mehr lange gegangen, dann wäre das Kreuz umgefallen", erklärt Schäfer. Das Eisen sei total verrostet gewesen und der Buntsandstein-Sockel gespalten. In Absprache mit Hausens Bürgermeister Michael Maier wurde die Sanierung des "wohl ältesten Kreuzes auf der Gemarkung Hausen" in Angriff genommen. Nach wenigen Wochen waren die Hand- und Kunsthandwerker mit ihrer Arbeit fertig.

Mit dem Resultat sind Herbert und Alexander Schäfer zufrieden. In Zukunft wird das "Sägekreuz" wieder in voller Pracht als christliches Gedenkzeichen Autofahrer und Spaziergänger grüßen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eins: "Wir wollen Pfarrer Adam Ferenc darum bitten, die Weihe des Kreuzes vorzunehmen", sagt Herbert Schäfer.

Quelle: Zollern-Alb-Kurier, 23.10.1999
Ortsinformationen

Hausen am Tann

Ort: Hausen am Tann
PLZ: 72361
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Zollernalbkreis


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