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Presseschau

19.09.2002 - Biendorf (Sachsen-Anhalt):
Epitaph kehrt zurück
Eingetragen von Redaktion

In den nächsten Tagen geht eine besondere Fracht von Köthen aus auf die Reise ins benachbarte Biendorf: das Epitaph für Henriette Dorothee von Hagen. Ein Epitaph ist ein Denkmal oder eine Schrifttafel zum Gedächtnis an einen Toten - in diesem Fall an die Witwe des Erbherrn von Biendorf, Busso von Hagen, die am 14. Mai 1714 kurz vor ihrem 32. Geburtstag verstarb.

Quelle:
Ursprünglich, so informierte Museumsmitarbeiterin Inge Streuber, sei das 1715 angefertigte, aus Alabaster und Marmor bestehende Epitaph in der alten Biendorfer Dorfkirche, von der nur noch der Chorturm erhalten ist, zu finden gewesen. Im Juli 1929 wurde es vom Biendorfer Gemeindekirchenrat dem gerade gegründeten Historischen Museum in Köthen übereignet. Im Juni 1931 erhielt das Museum auch noch die zwei dazugehörigen Marmorwappen.

Jahrzehntelang war das komplette Epitaph dann im Museum zu sehen - auch noch eine ganze Weile nach dem Umzug des Museums ins Schloss. Erst 2001 wurde es abgebaut, als sich Bauarbeiten im Gebäude in der Museumsgasse ankündigten, und in einem Raum im Schloss eingelagert. Man hatte im Museum zwar immer gehofft, dass ein, zwei Stücke im alten Gebäude weiter an die einstige Vergangenheit als Museum erinnern würden, doch diese Idee fiel nicht auf fruchtbaren Boden.

Dafür fand aber eine andere Idee Anklang. Bei der Eröffnung einer Ausstellung über Bach traf Inge Streuber mit der Biendorferin Heidemarie Paarmann zusammen. In dem Gespräch wurde auch das Epitaph erwähnt. Auf Anregung von Heidemarie Paarmann wurde man sich einig, es wieder nach Biendorf zurückzugeben - womit das Prunkstück sozusagen im Anhalt-Köthenschen bleibt, denn Biendorf gehörte ja über Jahrzehnte zum Fürstentum Anhalt-Köthen. Carl Georg Leberecht von Anhalt-Köthen hatte das von Hagensche Rittergut 1759 erworben und dort ein Schloss errichten lassen.

Vorgesehen ist, das Epitaph wieder am alten Ort anzubringen - allerdings muss dazu erst die Gemeinde Biendorf Geld für die Sanierung des Turms der Kirche aufbringen. Bis dahin wird das Epitaph im Biendorfer Saatgutbetrieb eingelagert, dessen Chef Dr. Wüsten sich bereit erklärt hatte, dem Kunstwerk Domizil zu geben. Man gebe das Stück nicht leichten Herzens weg, sagte Inge Streuber, aber man habe in Köthen keine Möglichkeit es zu zeigen: Nicht zuletzt fehlt es den Räumen im Museum an den entsprechenden Abmaßen - das Epitaph ist 4,10 Meter hoch und über zwei Meter breit. Dazu kommt, dass der Raum, in dem das Epitaph noch lagert, demnächst zur Erweiterung des Köthener Stadtarchivs benötigt wird.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 19.09.2002
Ortsinformationen

Biendorf

Ort: Biendorf
PLZ: 06408
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Kreis: Bernburg


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