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Presseschau

11.06.2002 - Karlstadt (Bayern):
Karlstadt-Wiesenfeld: Schüler erarbeiteten Bildstockwanderweg
Eingetragen von Redaktion

Der rund zwölf Kilometer lange Bildstockwanderweg ist am Sonntagnachmittag während einer zweistündigen Wanderung seiner Bestimmung übergeben worden. Bei der Schlussrast nahm Diakon Klaus Hessdörfer die Einsegnung vor. 15 Säulen- und Pfeilerbildstöcke, Bildhäuschen und Wegkreuze stehen entlang des Weges, der unter anderem durch das Naturschutzgebiet Ständelberg führt. Wanderer können ihn in etwa 3,5 Stunden in einem Stück begehen: oder in zwei Etappen, wofür jeweils zwei Stunden eingeplant werden sollten.

Die Grundschule Wiesenfeld hatte vor zehn Jahren eine Bildstockwanderkarte erstellt und nun den entsprechenden Wanderweg ausgezeichnet: Damals hatte die dritte Klasse mit Lehrerin Monika Fenn den Plan verfolgt, in Wiesenfeld einen Bildstockwanderweg anzulegen. Sie bestimmten den Verlauf des Weges und beschrieben die Bildstöcke. Dann erstellte die Gruppe eine Bildstockwanderkarte, worauf der heutige Wanderweg basiert.

Als die Schüler damals das Wetterkreuz II in schlechtem Zustand vorfanden, regten sie bei Bürgermeister Karl-Heinz Keller die Renovierung an. Prompt kam der städtische Bauhof der Bitte nach und stellte ein neues auf. Auch der Karfreitagsbildstock wurde wieder hergerichtet, wofür die Kinder auf einem Spielzeugflohmarkt das notwendige Geld verdienten. Das Projekt hatte die Grundschule mit ihren rund 100 Kindern bis in die letzten Jahren aktiv weiterverfolgt. Im Schuljahr 1999/2000 wurde schließlich der erste Teil des Bildstockwanderweges eröffnet. Nun vollendete die Grundschule, die durch ihr Engagement zu den neun bayerischen »Umweltschulen in Europa« zählt, dieses Projekt.

Auf Wanderweg Heimat erschließen

»Mit dem Bildstockwanderweg erschließen wir einen Teil unserer heimatlichen Natur. Es werden aber auch ganz andere Aspekte in den Mittelpunkt gerückt, wie der religiöse, heimatkundliche und historische Hintergrund des Themas«, erklärte Schulleiterin Gerda Hubrich in ihrem Vorwort einer entsprechenden Broschüre. Darin beschreiben die Kinder die einzelnen »Marterl« oder Heiligenhäuschen, wie der Volksmund die Bildstöcke auch nennt.

Bildstöcke und Feldkreuze prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild im Frankenland. Sie stehen an den Wegrändern der Flur, in den Weinbergen, an Waldwegen und weisen auf persönliche Schicksalsschläge und Not hin – aber auch auf freudige Ereignisse oder himmlische Hilfe. Zudem sind sie Zeugen einer großen Volksfrömmigkeit im Frankenland, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Keller, der mit nahezu allen Wiesenfelder Grundschülern, Eltern und weiteren Bürgern den Weg abgeschritten war.

»Unsere Vorfahren konnten sich in schweren und bedrohlichen Zeiten am Glauben festhalten. Auch ihre Ausgelassenheit war geprägt von dieser Haltung. Der Bildstockwanderweg macht uns bewusst: Wir sind ständig unterwegs und dürfen auf den Stationen unseres Lebens Gottes Schutz und Hilfe erfahren«, schreibt Pfarrer Leo Brand in der Bildstockbroschüre. Sie ist gegen einen kleinen Obolus in der Grundschule Wiesenfeld erhältlich.

Die Broschüre und die von der Direktion für ländliche Entwicklung beigesteuerten Schilder mit Bildstocksymbol machen es einfach, sich in der bunten Natur und Flur zurechtzufinden.

Quelle: Main-Echo, 11.06.2002
Ortsinformationen

Karlstadt

Ort: Karlstadt
PLZ: 97753
Bundesland:Bayern
Kreis: Main-Spessart


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