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19.11.2017
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Presseschau

20.04.2002 - Oberstenfeld (Baden-Württemberg):
Schozach-Bootwar: Zwei Steinsucher aus Leidenschaft
Eingetragen von Redaktion

Als "Grenzgänger" im wahrsten Sinne des Wortes sind seit Anfang des Jahres Heidemarie und Bernd Bücker in Oberstenfeld unterwegs. Ihr besonderes Augenmerk gilt den Grenzsteinen, die sichtbar entlang der Markungsgrenze stehen oder in der Erde stecken und erst entdeckt werden müssen.

Inzwischen ist bei dem Pensionärsehepaar die Steinsuche zur richtigen Leidenschaft geworden. Was hat die Bückers aber zu ihrem neuen Steckenpferd bewegt? "Ernst Schedler war der Anstifter", sagen sie. Der Rektor im Ruhestand und Oberstenfelder Gemeindearchivar habe sie von der wichtigen Aufgabe, "kleine" Denkmale zu dokumentieren, voll und ganz überzeugt.

Steinkreuze, steinerne Gruhbänke und eben auch Markungsgrenzsteine sind wichtige Bestandteile der Kulturlandschaft, fristen aber ein Schattendasein. Schedler hat das Projekt "Erfassung von Kleindenkmalen in Baden-Württemberg", das von der Denkmalstiftung im Land unterstützt wird, mit der Hilfe der Bückers auf der örtlichen Gemarkungsgrenze in Angriff genommen.

Dass die "kleinen" Zeugen mehr Beachtung verdienen, unterstreicht auch die seit November des vergangenen Jahres laufende Aktion "Kleindenkmale - Landkreis Ludwigsburg". "Es existieren noch keine Erhebungsbögen und meist auch keine Fotos", sagt Reinhard Wolf vom Schwäbischen Heimatbund über die Arbeit vor Ort. Was bedeuten die Inschriften "COM" oder "CONV"? Ein Bäumle auf der einen Seite, ein "OF" auf der zweiten und ein Beil auf der dritten Seite des feuchten Grenzsteines gab zuerst einmal Rätsel auf. Aber zusammen mit Ernst Schedler brachte das Ehepaar Bücker die alten Markierungen zum Sprechen: Das Beil kennzeichnet die Beilsteiner Seite, das Bäumle geht um die ehemalige Gronauer Markung, und die Buchstabenfolgen - und da besonders "OF" - stehen für Oberstenfeld.

Die ältesten Grenzsteine sind immerhin mit der Jahreszahl "1712 " beschriftet. Sonntags begeben sich die beiden Steinsucher in der Regel auf die Suche nach weiteren Grenzsteinen.

Unter der Woche geht es dann mit Spaten, Bürste und Rebschere an das Freilegen der Inschriften. Teilweise sind diese sehr verwittert, aber mit Kreide können die Konturen nachgezogen werden.

Auf einem Formular wird dann jeder Fund genau registriert: Den Standort mit dem Kompass bestimmen, nach Höhe und Breite vermessen, abzeichnen und fotografieren. "Wir sehen das als eine sinnvolle Arbeit an. Wir sind viel an der frischen Luft. Und wir müssen fast schon Detektive sein ", sagt das Ehepaar.

Es sollte aber niemand auf den Gedanken kommen, diese jahrhundertealten Grenzmarkierungen auszugraben und mitzunehmen. Das ist verboten, da es sich um bis auf den heutigen Tag gültige Grenzsteine handelt.

Aus diesem Grund geben die Oberstenfelder Steinsucher auch ganz bestimmt nicht die Fundorte preis.


Quelle: Heilbronner Stimme, 20.04.2002
Ortsinformationen

Oberstenfeld

Ort: Oberstenfeld
PLZ: 71720
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Ludwigsburg


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