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19.11.2017
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Presseschau

10.11.1999 - Graz (Österreich):
Gaius Probus, erster Brucker Polizist
Eingetragen von Redaktion

Das älteste Denkmal von Bruck aus dem Jahr 234 n. Chr. wurde erforscht und rekonstruiert.

Quelle:
Beim Bau der Eisenbahn im Jahr 1842 wurde in Pischk ein Steinquader mit lateinischer Inschrift gefunden. Das Interesse daran hielt sich in Grenzen, und irgendwie gelangte der Stein ins Haus Mittergasse 18, wo er erst bei der Generalsanierung durch die Raiffeisenbank vor rund 20 Jahren wieder zum Vorschein kam. Anfang der 90er Jahre machten sich der Brucker Historiker Univ.-Prof. Hans Malissa und der Altphilologe Siegfried Riedlsperger daran, die Geschichte dieses Steins aufzuarbeiten. Durch die Rekonstruktion des teilweise zerstörten Textes durch Riedlsperger wurde erst die Bedeutung dieses Steins erkennbar.

Laut dem Brucker Künstler Hannes Pirker kann man davon ausgehen, dass dieser Stein ein Sockel war, auf dem ein antikes Standbild gestanden ist - ein römischer Männerkopf. Das Ganze dürfte ein Votivaltar eines römischen Legionärs gewesen sein. Der bereits verstorbene Prof. Riedlsperger beschäftigte sich sehr eingehend mit der Inschrift aus dem Jahr 234 n. Chr. und konnte eine ganze Menge herauslesen.

Die Inschrift nennt einen Gaius Julius Probus, Soldat der X. Legion, der "Severianischen Zwillingslegion". Für Hannes Pirker ist es naheliegend, dass dieser Gaius Julius Probus ein Veteran war, der in voller Montur die Straßen beaufsichtigte - eine ehrenvolle Aufgabe, die ausgedienten Soldaten sehr oft zukam. Pirker: "Man könnte also sagen, wir sind auf den ersten dokumentierten Verkehrspolizisten der Steiermark gestoßen."

Weil die damals regierenden Kaiser Septimius und Alexander II Nordafrikaner waren, holte Pirker im heurigen Frühjahr einen grob behauenen Marmorkopf aus Tunesien ("Provinz Africa"), den er verfeinerte und fertigstellte. Auch fertigte er eine Kopie des Sockels aus Mannersdorfer Muschelkalk an.

Jetzt ist das Bildwerk fertig, und Pirker möchte, dass es an deutlich sichtbarer Stelle, etwa im Rathaus, aufgestellt wird. Deshalb startet er jetzt eine Bausteinaktion, bei der er um Spenden für diese Kopie des ältesten Denkmals der Stadt ersucht. Angesprochen sind Kaufleute, Rechtsanwälte, Ärzte, überhaupt alle Bürger der Stadt. Eine Liste mit den Spendern wird in den Sockel eingemauert. Nähere Informationen bei Hannes Pirker (Galerie KuL).

Franz Pototschnig

Quelle: Kleine Online, 10.11.1999
Ortsinformationen

Graz

Ort: Graz
PLZ: 8010
Land:Österreich


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