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Presseschau

02.12.2001 - Naumburg (Hessen):
Ewige Lampe soll restauriert werden
Eingetragen von Redaktion

In den Morgenstunden des 15. März diesen Jahres fand sich eine Expertengruppe auf dem Alten Friedhof von Schulpforte ein, um den Zustand der Ewigen Lampe ein kapellenartiges Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert zu begutachten und bauliche Maßnahmen festzulegen.

Quelle:
Voraus ging ein mehrjähriges Bestreben des ehemaligen Landesschülers Jochen Männig, Vorstandsmitglied des Pförtnerbundes, der als Baufachmann sich des gefährdeten Zustandes angenommen und zugleich aus den Reihen seiner ehemaligen Mitschüler den erheblichen finanziellen Beitrag zur Erhaltung aufgebracht hatte.

Aus denkmalpflegerischer Sicht des Herrn Lösser und seiner Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde und unter der Bauausführung der Naumburger Bauhütte unter Herrn Bauer?Bornemann soll eine behutsame Bauzustandserhaltung mit anteiligen Reinigungsversuchen und einer Fugensicherung vorgenommen werden, die zum Schulfest am 19. Mai 2001 ihren Abschluss finden wird.

Das Innere wird wieder mit einer Bodenplatte ergänzt, die Bauklammern sollen wegen der statischen Gefährdung nicht entnommen werden und die vermutlich ursprünglich vorhandene Turmkugel wird aufgesetzt.

Zur Vorgeschichte des bedeutsamen Bauwerks mit seiner Einmaligkeit in Europa sollen einige Fakten zur Vorgeschichte erwähnt werden. Mit der Erweiterung der romanischen Basilika der Klosterkirche in östlicher Richtung durch den gotischen Hochalter (1251-68), dessen Grundsteinlegung mit einer lateinisch Inschrift an einem Strebepfeiler bis heut noch lesbar ist, kam es nach Abschluss der Arbeiten zur Errichtung der Ewigen Lampe auf einem vom Pförtner Abt vor benannten Ort im Alten Friedhof, der bereits damals bestand.

Der Abt Albero (1257-69) des Pförtner Marienklosters und der Abt Ditmar vom Mutterkloster in Walkenried nahmen die Einweihung gemeinsam vor.

Bereits zu jener Zeit wurde urkundlich geregelt, dass die Erträge des Klostergutes Damsla bei Sulza (später Wüstung geworden) zur Versorgung der Lampe verwendet werden sollten. Die urkundliche Erwähnung sagt wörtlich: "lumen de sepo nocturno tempore" (lat. "ein Unschlittlicht zur Nachtzeit") solle auf dem Friedhof brennen, damit war zugleich ein Beleg gegeben. Die Einkünfte Damslas sollten weiterhin für Altarkerzen und andere kirchliche Zwecke genutzt werden.

Alle anderen vorhandenen Ewigen Lampen (auch Friedhofslaternen oder Totenleuchten genannt) in Deutschland und Österreich stammen aus späterer Zeit, sind in ihren Maßen kleiner angelegt. In Frankreich sollen sie als Wegweiser für, die Pilger gedient haben (Gerlach, 1963).


Eine annähernde Parallele in Deutschland findet man in der Sebalduskirche in Nürnberg, allerdings ohne die so genannte Baulaterne. In Schulpforte erhebt sich auf einem Fußsims, das heute von dem ringsum angewachsenen Boden teilweise verdeckt ist, ein sechsseitiges Kapellchen, an der Nordseite die Öffnung von einem Eisengitter verschlossen. Pyramidenförmig springt die Bedachung vor und trägt eine Laterne mit offenen Fensterschlitzen. Die Spitze wird von einer stumpfen Pyramide bekrönt. Im Inneren des Bauwerks soll sich eine hängende Laterne befunden haben, die von außen versorgt wurde (Bergner, Gerlach), während Corssen (1868) von einem kleinen Altar mit brennendem Licht ausging, was allerdings wiederholt zurück gewiesen wird.

Das Interesse an der Erhaltung des Bauwerks kann dem 19. Jahrhundert zugeschrieben werden. Den ursprünglich vernachlässigten Zustand zu Anfang des besagten Jahrhunderts bestätigt die Abbildung. Unter der erfahrenen Arbeitsweise der Naumburger. Bauhütte, die in Schulpforte mit ihrem Sitz zugleich über erfolgreiche und beachtenswerte Ergebnisse in der Erhaltung der Denkmalsubstanz verfügen kann, dürfte in Kürze ein einmaliger Schatz der baulichen Sehenswürdigkeiten Schulpfortes wieder Anziehungspunkt der Besucher werden.

Quelle: MZ, 21.04.2001


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Ortsinformationen

Naumburg

Ort: Naumburg
PLZ: 34311
Bundesland:Hessen
Kreis: Kassel


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