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Presseschau

03.11.2001 - Kenzingen (Baden-Württemberg):
Kenzingen: Schwarzwaldverein und engagierte Firmen restaurieren Bildstöckchen
Eingetragen von Redaktion

Bildstöckchen sind stumme Zeugen vergangener Zeiten. Der Schwarzwaldverein verhalf einem solchen Kleindenkmal beim ehemaligen Standort der Sankt-Peterskirche von „Altenkenzingen“ jetzt zu neuem Glanz. Damit wurde „Geschichte lebhaft in Erinnerung gerufen“, so Stadtpfarrer Frank Martin. Für Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan war es gar „ein Zeichen, dass die Gemeinde lebt“.

In dem seit 773 urkundlich belegbaren Dorf namens „Altenkenzingen“ gab es schon kurz nach der Entstehung zwei Pfarrkirchen – die Peters- und die Georgskirche. Erstgenannte müsste, wenn man den Historikern Glauben schenken darf, am Ortsausgang Richtung Bombach auf der linken Seite gestanden haben. Bedingt durch die Umsiedlung in den Stadtkern verlor das Gotteshaus im Laufe der Jahre zusehends an Bedeutung. 1569 verstarb der letzte Pfarrer von Sankt Peter.

Lösten sich im Wechsel ab

Nach unruhiger Zeit erinnerten sich die Einwohner etwa um 1670 wieder der Kathedrale, die zwischenzeitlich zur Ruine geworden war. Altarsteine waren noch vorhanden, doch der 30-jährige Krieg zerstörte Dachstuhl und Mauerwerk. Instandsetzungen und Zerstörungen lösten sich in der Folgezeit ab, bis die weltliche Gemeinde Kaufinteresse an dem Bauwerk bekundete. Gleich mehrfach sollte die Kirche versteigert werden, doch der Stadtrat votierte anfänglich noch erfolgreich dagegen. Die endgültige Enteignung ließ sich trotzdem nicht mehr aufhalten. Am 2. Juli 1806 brachte der Verkauf 763 Gulden ein. Außer dem überbauten Grundstück ist heute nur noch ein knapp zwei Meter großes Steinkreuz das einzige Relikt, das im Besitz des Landesmuseums ist. Das Bildstöckchen bleibt für die Einwohner von Kenzingen deshalb das einzige Zeitzeugnis. Umso mehr war es ein dringendes Anliegen des Schwarzwaldvereins, aktive Denkmalpflege zu leisten. Bei der Begehung der Kenzinger Wanderwege war der bauliche Zustand des Bildstöckchens nicht nur dem Vorsitzenden Hubert Siebert aufgefallen. Aufgrund des schlechten Zustandes fällte der Vorstand daraufhin einstimmig den Beschluss, Abhilfe zu leisten.

„Alleine wäre es uns unmöglich gewesen“, so Siebert. Er dankte den Firmen Malerfachbetrieb Kern, Erd- und Pflasterbau Fuchs sowie Sanitär und Blechnerei Walzer für ihre fachmännische und unentgeltliche Mit- hilfe einschließlich dem städtischen Bauhof, der Sockel und Umrandung aufstellte.

Vom Schwarzwaldverein

Etwa 80 Personen lauschten dem Exkurs von Pfarrer Martin zu den früh-geschichtlichen Ereignissen um die Sankt-Peterskirche und sangen nach der Segnung „Nun danket all und bringed Ehr“. Bürgermeister Guderjan sprach den Dank seitens der Stadt aus. Es sei nicht das erste Mal, dass sich der Schwarzwaldverein als spendabel zeigte. Nach der Errichtung der Wandertafel im letzten Jahr und einem 500-Mark-Zuschuss für die Aufforstung des Gemeindewaldes wären die satzungsgemäßen Vereinsaufgaben mit dieser Verwirklichung abermals eindrucksvoll erfüllt. Das erklärte Vereinsziel sei ein wesentlicher Vorteil für die ganze Gemeinde, sagte das Stadtoberhaupt an die Adresse des Schwarzwaldvereins.

Quelle: Badische Zeitung, 03.11.2001
Ortsinformationen

Kenzingen

Ort: Kenzingen
PLZ: 79341
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Emmendingen


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