monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
18.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Presseschau

22.05.2007 - Bad Hersfeld (Hessen):
Kriegsgräber - Kein Ende des Gedenkens
Eingetragen von Redaktion

Junge Männer und Frauen schrubben mit kräftigen Bürsten vermooste Steinkreuze, pinseln frische schwarze Farbe auf das Gittertor am Eingang des abgelegenen Waldfriedhofs über dem Hersfelder Stadtteil Beiershausen. Männer in Tarnanzügen schieben den Rasenmäher über das Gelände, rechen den Grünschnitt zusammen und hacken das Unkraut um die Kreuze herum weg.

Quelle: Hessische/Niedersächsische Allgemeine
Nicht nur Kosmetik: Hinter den Arbeitseinsätzen junger Menschen auf den Kriegsgräberstätten wie hier im Pfaffenwald steht die Überzeugung, dass Gedenken an die Opfer den Frieden sichert. Friedensarbeit: Mitglieder der Reservistenkameradschaft Heringen bändigten am Samstagvormittag den Grünwuchs auf dem Gelände der Gedenkstätte Pfaffenwald.
Von Peter Lenz

Es sind 30 Mitglieder des Jugendarbeitskreises im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und zehn Bundeswehr-Reservisten der Kameradschaft Heringen, die an diesem Samstagmorgen die Gedenkstätte Pfaffenwald in einen gepflegten Zustand versetzen.

453 Tote

Hier ruhen 453 tote Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, Männer und Frauen und Kinder, aus Frankreich, Polen und den Ländern der damaligen Sowjetunion. Sie wurden während der Naziherrschaft beim Autobahnbau und der Landarbeit eingesetzt, aber auch als Kranke und Schwangere ins Lager Pfaffenwald verlegt.

"Hier geht es um mehr als um Kreuze abzubürsten", sagt Steffen Lübbert aus Walsrode. Er und seine Freunde vom Jugendarbeitskreis leiten ehrenamtlich Workcamps während der Sommerferien, bei denen Jugendliche aus verschiedenen Ländern Kriegsgräberfriedhöfe im In- und Ausland pflegen. Dabei spielt immer das Schicksal der Menschen, die dort begraben liegen, eine Rolle, die Mahnung zum Frieden, die von den Opfern ausgeht.

Steve Hughes aus Großbritannien ist beim Einsatz im Pfaffenwald mit dabei. Der Brite ist seit neun Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter des Volksbundes, betreut jährlich ein Camp in Deutschland. In England lebt er in der Nähe des größten deutschen Soldatenfriedhofs auf der Insel, Cannock Chase.

Der Jugendarbeitskreis des Volksbundes ist an diesem Wochenende auf Einladung des Heringer Magistrats im Jugendheim der Werrastadt untergebracht. Zu diesem Magistrat gehört auch der ehrenamtliche Stadtrat Gunter Hoch, gleichzeitig Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Heringen. Für ihn und seine Kameraden ist praktische Friedensarbeit nach dem Volksbund-Motto "Versöhnung über den Gräbern" selbstverständlich.

Kranzniederlegung

Der Arbeitseinsatz im Pfaffenwald endet mittags mit einer kurzen Gedenkfeier. Katharina Boltze vom Jugendkreis und Christian Führer von den Heringer Reservisten legen einen Kranz am Hochkreuz nieder.

Es dürfe kein Schlussstrich gezogen werden unter die Debatte um Krieg und Gewaltherrschaft in der Vergangenheit, fordert der stellvertretende Landesvorsitzende des Volksbundes, Oberst a. D. Jürgen Damm, auch wenn die Generation der unmittelbar Betroffenen allmählich von uns gehe. "Wir brauchen das Gedenken, um unsere Verantwortung zu erkennen."

Anerkennend über die Arbeit des Volksbundes äußern sich die Landtagsabgeordnete Elisabeth Apel, der Kreisbeigeordnete Heinz Schlegel und Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut H. Boehmer.

Der Bürgermeister hat eine besondere Beziehung zum Volksbund: 1955 arbeitete er selbst als Jugendlicher auf einem Kriegsgräberfriedhof in Südfrankreich.

Quelle: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 22.05.2007


Dateianhänge zu diesem Beitrag:
Orginal-Zeitungsartikel
Ortsinformationen

Bad Hersfeld

Ort: Bad Hersfeld
PLZ: 36251
Bundesland:Hessen
Kreis: Hersfeld-Rotenburg


Schlagwörter:

Kriegsgräber, Volksbund,


Verwandte Beiträge

Totenmal(e) (65)
Hessen (89)
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß