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Presseschau

24.05.2001 - Kröpelin (Mecklenburg-Vorpommern):
Dem Geheimnis der Brückensteine etwas näher
Eingetragen von Redaktion

Die Nachforschungen zur Herkunft von zwei ungewöhnlichen Steinen in Neubukow brachten bislang noch keine Anhaltspunkte. ..

Neubukow (OZ)
Zur Herkunft und Bedeutung der beiden Steine an der Brücke am Mühlentor (OZ berichtete) haben die Nachforschungen noch keine näheren Aufschlüsse ergeben. Auf eine Anfrage der OZ beim örtlichen Heinrich-Schliemann-Gymnasium hieß es, dass noch keine Anhaltspunkte vorlägen. Auf Bitte der Stadt versuchen seit dem vergangenen Monat Schüler des Gymnasiums das Rätsel um die beiden Granitsteine zu lösen. Die drei Gymnasiasten, die sich im Rahmen der Projektgruppe „Regionale Geschichte“ den ungewöhnlichen Steinen angenommen haben, hoffen nun über eine Heraldikgesellschaft ihrem ehrgeizigen Ziel näher zu kommen.


Auch Geschichtswissenschaftler Alexander Schacht hat sich, durch die bisherigen Presseveröffentlichungen angeregt, mit den alten Steinen beschäftigt. „Mir sind die Hintergründe ihrer Entstehung zwar auch nicht bekannt, vielleicht kann ich aber dennoch etwas Licht ins Dunkle bringen“, wandte er sich an die OZ.


„Die Steine weisen in ihrer Gestaltung charakteristische neogotische Formen auf, stammen daher ohne Zweifel aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, bewertet der Historiker. „In ihrer Machart erinnern sie an verschiedene Grabmäler und Mausoleen unserer Gegend, die über ähnlich aufwendig und kunstvoll bearbeitete mächtige Granitblöcke verfügen und die laut ihrer Inschriften zumeist aus den späten 1850er Jahren stammen“, stellt er fest. Als Beispiel verweist Alexander Schacht auf die Treppeneinfassung der Steverschen Grabkapelle an der Reriker Kirche (von 1858). Er vermutet, dass es sich offenbar um eine lokale Modeerscheinung dieser Jahre beziehungsweise um die Produkte einer zu dieser Zeit in unserer Region tätigen Steinmetzwerkstatt handle und schlussfolgert: „Daher kann man die Neubukower Steine ebenfalls in diese Zeit setzen, älter als 150 Jahre sind sie jedenfalls gewiss nicht.“


Für die weiteren Nachforschungen empfiehlt der Wissenschaftler den Gymnasiasten, der Frage nachzugehen, ob in der Mitte des 19. Jahrhunderts bauliche Maßnahmen an der Brücke vorgenommen wurden. Den Ornamenten, welche dem Formenschatz der Gotik entlehnt sind, dürfte seines Erachtens keine besondere Bedeutung beizumessen sein: „Sie scheinen rein dekorativer Art zu sein.“


Für den Kühlungsborner, der bereits mit fundierten Arbeiten zur Ortsgeschichte des Ostseebades und zur Entwicklung von Wustrow beigetragen hat, scheint es denkbar, dass die Steine möglicherweise, anstelle des einst hier vorhandenen Mühlentors, die Einfahrt zur Stadt markieren sollten.


Die jeweils einen Meter hohen, nach oben hin spitzförmig verlaufenden Steine wurden im Herbst vergangenen Jahres im Zusammenhang mit der Brückensanierung ausgegraben und von der Denkmal-schutzbehörde des Landkreises unter die Lupe genommen. Die sich bis ins Schweriner Landeshauptarchiv erstreckenden Nachforschungen blieben erfolglos.


Nach Erneuerung der über den Keneser Bach führenden Brücke erhielten die Steine hier einen wirkungsvollen Standort. Falls sich die Herkunft klären lässt, soll sie auf einer Tafel erläutert werden


DETLEF LÜBCKE


Quelle: Ostseezeitung, 24.05.2001


Quelle: Ostseezeitung, 24.05.2001
Ortsinformationen

Kröpelin

Ort: Kröpelin
PLZ: 18236
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Kreis: Bad Doberan


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