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18.11.2017
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Presseschau

29.12.1999 - Heidenau (Sachsen):
Ilsesäule erhält einen neuen Standort
Eingetragen von Redaktion


Quelle:
Repro der Heidenauer "Ilsesäule"
Unbeachtet stehen Steinkreuze, Bildstöcke oder Sühnesäulen, die schon vor Hunderten von Jahren zur Mahnung und zu Sühne aufgestellt wurden, an Straßenrändern. in Heidenau soll jetzt die llsensäule wieder einen Platz erhalten.

Zu den historischen Mahnungen am Straßenrand gehören im Landkreis Sächsische Schweiz u. a. die „Wehl'sche Marter“, die die Ritter der Burg Wehlen errichten mussten, weil sie eine Heidenauer Bauernfamilie umbrachten, oder das Steinkreuz an der Pirnaer Straße, dessen Hintergrund nicht ermittelt werden kann. Im Raum Dresden sind solch steinerne Zeugen kaum vorhanden. Unachtsamkeit und weitläufiges Bauen ließen sie verschwinden. Ein solches Schicksal war der Heidenauer "Ilsesäule" beschieden.

Chronisten berichten, dass in der vorlutherischen Zeit, etwa um 1500, ein Bildstock, auch Bet‑, Marter- oder Sühnesäule genannt, am Pfeiffer'schen Gut in Gorknitz stand. Da hier auch der Ilsebach plätscherte, erhielt die Säule den Namen „Ilsesäule“.

Der Bach ist längst versiegt und die Säule verschwand ebenfalls. Um 1880 wird beim Pflügen eines Ackers in der Nähe von Wölkau der Kopf des Bildstockes wiedergefunden. Der etwa zwei Meter hohe Schaft ist für immer verloren gegangen. 1888 wird in der "Zeitschrift Bergblume" berichtet, dass der 40x28 Zentimeter große und 90 Zentimeter hohe Kopfteil der Ilsesäule im Garten der Gaststätte “Am Lugturm“ aufgestellt ist. Er zeigte damals schon starke Verwitterungserscheinungen.

1953 wird der Bildkopf von einem Autofahrer umgefahren. Es ist das Verdienst des unermüdlichen Ortchronisten Herbert Koitzsch, dass der Bildstock schließlich einen Platz im Stadtmuseum Heidenau fand.

Leider wurde das Museum 1964 aufgelöst, so dass über den Verbleib neu entschieden werden musste. Es erfolgte die Umsetzung in die Dohnaer Kirche. Dort befindet sich das Original noch heute. Es ist jedoch bis zu Unkenntlichkeit verwittert.

Dank der Bemühungen der Sparkasse Freital‑Pirna, der Sächsischen Sandsteinwerke und der Heidenauer Steinmetz GmbH besteht , nun die Möglichkeit, an Hand überlieferter Informationen eine Nachbildung des Bildstockes „Ilsensäule“ zu errichten Der neuer Standort ist der Kreuzungsbereich Ehrlichtmühle auf der Seite des Max-Leupold-Stadions.

Quelle: Sächsische Zeitung, 29.12.1999
Ortsinformationen

Heidenau

Ort: Heidenau
PLZ: 01809
Bundesland:Sachsen
Kreis: Sächsische Schweiz


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