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Presseschau

28.06.2000 - Blieskastel (Saarland):
Unbekannte auf "Bergtour" am Gollenstein?
Eingetragen von Redaktion

Seltsame Spuren und eine größere Beschädigung auf dem Gollenstein geben Rätsel auf. Manches deutet auf eine illegale "Kletterpartie" hin. Der Landeskonservator stellt Strafanzeige gegen Unbekannt.

Denkmalpfleger Walter Reinhard glaubt, dass der Stein bestiegen und beschädigt wurde - Jetzt kommt ein Zaun - Landeskonservator stellt Strafanzeige

Quelle:
Der Gollenstein bei Blieskastel,
Haben sich Unbekannte den Scherz erlaubt, den Gollenstein für eine heimliche "Bergtour" zu missbrauchen? Denkmalpfleger Walter Reinhard jedenfalls neigt dazu, eine solche Kletterpartie als Ursache für Beschädigungen am berühmten Blieskasteler Wahrzeichen anzunehmen. Wie Reinhard der "Saarbrücker Zeitung" sagte, sah er sich vergangene Woche den Gollenstein an, nachdem das Landeskonservatoramt darüber informiert worden war, dass an dem Sandstein-Menhir Beschädigungen festzustellen seien. Wie berichtet, hatte der Blieskasteler Hans Cappel, der oft Führungen zum Gollenstein leitet, merkwürdige Spuren aus jüngster Zeit auf dem zirka 4000 Jahre alten Menhir entdeckt. Reinhard besah sich den Gollenstein daraufhin mehrmals gründlich und gelangte schließlich zu dem Schluss, dass die zahlreichen kleineren Markierungen "Absplisse" sind, wie sie von Steigbügeln herrühren können, die Bergsteiger benutzen. In einer Höhe von zirka 5.50 Meter habe der Gollenstein-Besteiger vermutlich versucht, einen Nagel einzuschlagen, um Halt zu finden. Daraufhin hätten sich jedoch einige größere Stücke aus dem recht brüchigen Sandstein gelöst. Damit wäre die Annahme, dass Andenkenjäger sich Stücke aus dem Gollenstein genommen hätten, hinfällig.

Walter Reinhard, selbst ein Blieskasteler, weiß aus Gesprächen mit alten "Kaschdelern", dass solche Kletterpartien früher unter jungen Leuten sehr beliebt waren. Da hätte man ein Seil über den Gollenstein geworfen und sei von beiden Seiten "hochgekrabbelt".

Ein solcher Scherz kann allerdings heutzutage teuer zu stehen kommen. Reinhard zitiert aus dem Paragraf 31 des Saarländischen Denkmalschutzgesetzes. Demnach kann jemand, der ein Denkmal vorsätzlich zerstört oder vernichtet, mit einer Strafe bis zu einer Million Mark belegt werden. Das Landeskonservatoramt wird Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten, wie Landeskonservator Johann Peter Lüth gestern mitteilte. Vorläufig wird der Gollenstein mit einem Bauzaun geschützt werden, der in diesen Tagen angebracht wird.

Ob der Stein auf Dauer umzäunt werde, hänge auch davon ab, wie verantwortungsvoll die Bevölkerung mit ihm umgeht, meint Lüth. Er selbst würde es bedauern, wenn der Stein umzäunt bleiben müsse, da das hässlich aussehe. Doch schließlich könne man den Gollenstein nicht wie den Rentrischer Spellenstein einfach in einen Vorgarten setzen, wo er geschützt sei, schmunzelt Lüth. Im Übrigen werde es immer schwieriger, altes Gestein zu bewahren, da die Umwelteinflüsse ihren Teil zur Zerstörung beitrügen. Da sei jeder Einzelne aufgerufen, mal über die Zusammenhänge zwischen Konsumanspruch - immer mehr Autos und Luftbelastung - und Denkmalschutz nachzudenken. Im Landeskonservatoramt arbeite man an einem Sanierungskonzept, so Lüth weiter. Das Schwierige sei, dass der Gollenstein, der in vier Teile zerbrochen war, an mehreren Stellen "verzahnt" und mit Beton ausgebessert werden musste, bevor er 1951 wieder aufgestellt wurde. Von außen könne man nicht feststellen, wie tief die Aufspaltungen in den Stein hineinreichten, doch von diesem Wissen hänge das weitere Vorgehen ab. Die technischen Möglichkeiten für solche Untersuchungen seien inzwischen sehr weit fortgeschritten.

Quelle: Neuen Westfälischen Zeitung , 28.06.2000
Ortsinformationen

Blieskastel

Ort: Blieskastel
PLZ: 66440
Bundesland:Saarland
Kreis: Saar-Pfalz-Kreis


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