monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
19.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Presseschau

18.01.2000 - Raunheim (Hessen):
Heimatverein zeigt restauriertes Sandsteinkreuz
Eingetragen von Redaktion

Auch die Grabsteine sind marode

Mit mehr als 50 Besuchern war der Ansturm auf die nur ausnahmsweise öffentlich zugängliche Mönchhofkapelle auf dem ehemaligen Caltex-Gelände am Samstag größer als erwartet. Der Grund für die hohe Besucherzahl auf dem denkmalgeschützten Areal mit der Kapelle und angrenzendem Friedhof war die abgeschlossene Sanierung und Verlagerung eines historisch wertvollen Sandsteinkreuzes vom Außengelände in die Kapelle als künftig dauerhaftem Standort (wir berichteten).

Die beiden Vorstandsmitglieder des Heimatvereins, Fritz Radlinger und Erich Schick, letzterer auch in seiner Funktion als Denkmalbeauftragter, informierten über die 20 000 Mark teure Sanierung es Kreuzes, die Geschichte der Kapelle, des Areals und auch über künftige Ziele.

So will der Heimatverein laut Schick Manfred Ockel von der Regionalpark GmbH davon überzeugen, dass der heruntergekommene, mit dem frisch sanierten Kreuz aber hübsch ausgestattete Innenraum der Kapelle demnächst wenigstens einen weißen Anstrich notwendig hat.

Außerdem ist bislang unklar, was es mit vier historisch wertvollen, aber bereits stark verwitterten Grabsteinen auf dem Außengelände gibt. Schick wartet seit etwa einem halben Jahr vergebens auf einen entsprechenden Kostenvoranschlag des Restaurators Matthias Steyer aus Eppstein zur Sanierung der Steine. Steyer hat mit seinen Mitarbeitern auch das Kreuz restauriert.

Laut Vorstandsmitglied Werner Milschewsky würde es vielleicht schon genügen, die Grabsteine vom Friedhof in das Innere der Kapelle zu verlagern, um sie vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen und so die teilweise noch lesbaren Inschriften zu erhalten. Die Verlagerung der Grabsteine aber sei Sache eines Fachunternehmens, meint Schick.

Deutlich wurde am Samstag, dass die Zukunft der Grabsteine lediglich von einem Kommunikationsproblem abhängt, das es zu bewältigen gilt.

In der Kapelle informierte Fritz Radlinger unter anderem über ihre Geschichte als einstige Klosterkirche und über Details wie den ehemaligen Glockenzug und Fenster, Vorgängerkirchen am gleichen Ort und Legenden, laut derer einstige Pfarrer mit dem Allerheiligsten auf dem Pferd zum Kirchlein geritten seien, um dort Gottesdienste zu halten.

Radlinger glaubt, dass das Kirchlein erst um 1678 wieder erbaut worden sei und nicht etwa, wie von Wilhelm Sturmfels ohne Quellenangaben in seinem Buch „Die liebe Heimat“ geschrieben, Jahrzehnte zuvor direkt nach der Pest, als es in Raunheim fast keine Einwohner mehr gegeben hatte.

Wissenswertes gab es auch über die Namensentwicklung des Ortes zu erfahren. Einst habe der Ort „Wüsteneddersheim“ geheißen. Um 1827 sei er in Mönchhof umbenannt worden, was laut Radlinger von der lateinischen Vokabel „moeniales“ (Nonnen) kommen könnte. Das erscheine schon deshalb als sinnvoll, weil der Mönchhof früher stets ein Klosterhof gewesen sei.

Quelle: Echo-Online, 18.01.2000
Ortsinformationen

Raunheim

Ort: Raunheim
PLZ: 65479
Bundesland:Hessen
Kreis: Groß-Gerau


Verwandte Beiträge

Totenmal(e) (65)
Hessen (89)
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß