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19.11.2017
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Presseschau

19.04.1999 - Dieburg (Hessen):
Der neue Kirchenführer erzählt auch einiges über die historischen Grabmäler in Altheim
Eingetragen von Redaktion

Herbert Bender hat die Inschriften entschlüsselt ­
Älteste Kirchenteile aus dem 12. Jahrhundert
VON SUSANNE MEMMEL

Die evangelische Kirche des Ortsteils ist eines der ältesten Gotteshäuser in der Region. Ihre Anfänge reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Und die Kirche mit dem wuchtigen spitzen Turm ist das Wahrzeichen von »Spitz-Altheim«. Über »Die Kirche und den Kirchhof von Spitz-Altheim« hat die Kirchengemeinde vor einigen Monaten ein 124 Seiten umfassendes Büchlein, einen neuen Kirchenführer, herausgegeben.

Er ist in einer Auflage von 700 Exemplaren erschienen, reich illustriert, darunter mit Farbfotos, und sehr informativ. 500 mal ist das Buch innerhalb kurzer Zeit verkauft worden, wie Pfarrer Richard Luh erzählt, der zu den Autoren zählt. Weitere Exemplare sind noch für 15 Mark bei der Küsterin der Kirchengemeinde, Hildegard Roth, in der Kirche nach den Gottesdiensten sowie auch im Pfarramt zu haben.

Das Altheimer »Kirchenbuch« ist eine Fundgrube für die Kirchengeschichte und alles was damit zu tun hat. Die Herausgabe war über Jahre hinweg vorbereitet worden.

Eine unbezahlte Fleißarbeit für die Autoren, zu denen außer Pfarrer Richard Luh, der vieles zur Geschichte der evangelischen Kirche schrieb, vor allem auch der Pensionär Herbert Bender gehört, der einige Jahre den alten Kirchhof von Altheim und seine Grabsteine regelrecht erforschte. Der Kreis-Archäologe Dr. Peter Prüssing schrieb über den vor etwa fünf Jahren bei Restaurierungsarbeiten im Innern des Kirchenschiffes entdeckten mittelalterlichen Fliesenboden, unter dem sich von einem noch älteren Gotteshaus ein Kalkmörtelboden befindet. Dr. Sebastian Scholz beschreibt und deutet im Buch die Inschriften und Bilder des Gotteshauses.

Zu lesen ist im »Kirchenbuch« vieles die Baugeschichte, den Kirchturm und das Glockengeläut, das Kirchenschiff, die Sakristei, das Taufbecken, die Kanzel, den Altar bis hin zur Orgel und Empore. Man findet aber auch einiges über die Lutherrose, die vor einigen Jahren auch noch auf dem Weg zwischen Kirche und Gotteshaus in ein Pflaster gelegt wurde.

Pfarrer Richard Luh, der bereits seit 1982 für die evangelischen Gemeinden in Altheim und Harpertshausen zuständig und in der langen Geschichte der evangelischen Pfarrer im Ort die »Nummer 28« ist, schildert die Entstehung des neuen Kirchenführers. Im Rahmen der Altheimer Dorferneuerung seit 1993 hatte bei Besichtigung des Kirchengeländes Volkhard Spies vom Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft die alten noch gut erhaltenen Grabsteinen im Kirchhof entdeckt, der früher Begräbnisstätte war. Er schlug vor, diese markanten Grabsteine konservieren zu lassen ­ was inzwischen geschehen ist ­ und außerdem eine Dokumentation zu erstellen, um den nachfolgenden Generationen den historischen Wert der Grabmäler zu verdeutlichen.

Als sich der »Alt-Kirchenvorsteher Herbert Bender spontan bereit erklärte, die teils verwitterten Inschriften zu entziffern und die Ahnenforschung für die Personen, denen mit den Grabsteinen ein Denkmal gesetzt wurde, zu übernehmen, war der Anstoß für den neuen Kirchenführer gegeben, in dem auch die neueren Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im Innern und im Außenbereich der Kirche geschildert werden. Vor einigen Jahren erst wurden zum Beispiel auch Malereien restauriert.

Herbert Bender, Verfasser des Kapitels über die Grabsteine, erwähnt, daß 1995 damit begonnen wurde, die Außenanlagen, insbesondere den alten Kirchhof, in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Der war fast zugewuchert. Dabei wurden auch die teils in die Kirchhofmauer Grabsteine wieder sichtbar. Es handelt sich um 19 Grabsteine aus aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Sie wurden vom Moos befreit, gereinigt und konserviert. Erst dann konnte mit dem Entziffern der Inschriften auf dem teils sehr bröckelig gewordenen Sandstein begonnen werden. Dies geschah in mühevoller Kleinarbeit, wobei Bender auch alte Kirchenbücher und die Ortschronik studierte.

Die Kirche reicht in ihrer Geschichte fast bis in die Anfänge des zu Ende gehenden Jahrtausends zurück und wurde in mehreren Epochen errichtet. Der markante 45 Meter hohe Kirchturm wurde von 1518 bis 1520 zusammen mit dem Glockenhaus erbaut. Damals wurden das Langhaus um zwei Meter erhöht und in den Chor zwei neue Spitzbogenfenster eingefügt.

Quelle: Main-Echo Lokales , 19.04.1999
Ortsinformationen

Dieburg

Ort: Dieburg
PLZ: 64807
Bundesland:Hessen
Kreis: Darmstadt-Dieburg


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