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Presseschau

24.08.2016 - Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg):
Alter Grenzstein von 1599 wieder aufgestellt
Eingetragen von Redaktion

Eine gemeinsame Aktion findet inmitten des Truppenübungsplatzes Heuberg statt.

Stetten am kalten Markt / sz Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg steht seit Kurzem wieder ein alter Grenzstein aus dem Jahr 1599, teilt der Heimatforscher Gerhard Deutschmann aus Straßberg mit.

Quelle: Foto: privat
Dieser historische Grenzstein steht jetzt wieder auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Heuberg.
Seit November 2000 läuft in in allen Land- und Stadtkreisen Baden-Württembergs nach und nach ein Projekt zur Erfassung von Kleindenkmalen. Das sind ortsfeste, freistehende, kleine und von Menschenhand geschaffene Gebilde, zu denen auch alte Grenzsteine als Geschichtszeugen gehören. Im Landkreis Sigmaringen wurde als einem der ersten Landkreise das Projekt bereits 2004/05 abgeschlossen, im Zollernalbkreis im Jahr 2014.



Parallel dazu hat der Arbeitskreis „Jan von Werth zu Straßberg“ in den Jahren 1998 bis 2007 alle Grenzsteine der ehemaligen geistlichen Herrschaft Straßberg mit den Orten Frohnstetten, Kaiseringen und Straßberg erfasst und dokumentiert. Auf dem Truppenübungsplatzes Heuberg befindet sich eine ganze Reihe wertvoller Steine – die ältesten aus dem Jahr 1599.



„Es sind viele Steine entlang der ehemaligen Herrschaftsgrenzen beziehungsweise der ehemaligen Landesgrenzen Baden-Hohenzollern-Württemberg verschwunden“, sagt Deutschmann. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als von der Geländebetreuungsstelle bei der Truppenübungsplatz-Kommandantur im vergangenen Jahr ein alter, beschädigter Stein geborgen werden konnte. Durch seine Kennzeichnung mit der laufenden Nummer, Wappen und Jahreszahl konnte sein alter Standort festgestellt und mit einem globalen Positionsbestimmungssystem (GPS) genau markiert werden.



In einem Markenbeschrieb vom 21. des Brachmonats/Juni 1804 ist dokumentiert: „Von da in ein gehauenen Stein, steht im Spritzwanger Thal auf Johann Mautz von Kaiseringen Wies, die er an einen von Messtetten zu kaufen gegeben, ist mit dem Westerstettischen Wappen, Buchstaben E F und Jahrzahl 1599 bezeichnet, jenseits die Stadtwappen und Zahlen 130, seitwärts die Nro 4, scheidet Frohnstetten und Ebingen.“ Die beiden Buchstaben E und F verweisen auf Eitel Friedrich von Westerstetten (1547 bis 1615), Lehnsherr in der Herrschaft Straßberg, Lautlingen und Wildenthierberg, wohnhaft auf Burg Straßberg – mit dessen Wappen und Jahreszahl auf der einen Seite und dem Wappen der württembergischen Stadt Ebingen mit der Hirschstange auf der anderen Seite.



Jetzt konnte bei einer gemeinsamen Aktion der Geländebetreuungsstelle, einem Offizier der Kommandantur und dem Heimatforscher Gerhard Deutschmann der Stein mit neuem Betonfuß an seiner angestammten Stelle wieder neu gesetzt und nach alter Tradition mit Ziegelbruchstücken als Zeugensteinen gesichert werden.



Nun steht er wieder an seinem historischen Platz im Spritzwanger Tal zwischen Mautel, der Ruine „Kleiner Wildenstein“ und der berühmten Dreibannmarke. Deren Originalstein von 1604 an der ehemaligen Dreiländergrenze, von Ernst Louis Beck aus Ebingen im Jahr 1954 noch unversehrt angetroffen, ist dann aber dem Artilleriefeuer zum Opfer gefallen und durch einen Ersatzstein ausgetauscht. „Der nun neu versetzte Originalstein Nummer 4 im Spritzwanger Tal hat insofern auch einer Aufwertung erfahren, als er nach der Kreisreform vom 1. Januar 1973 auch zum Grenzstein zwischen dem Landkreis Sigmaringen und dem Zollernalbkreis und zwischen der Region Bodensee-Oberschwaben und der Region Neckar-Alb geworden ist“, erklärt Deutschmann.

Quelle: http://www.schwaebische.de/, 19.08.2016
Ortsinformationen

Stetten am kalten Markt

Ort: Stetten am kalten Markt
PLZ: 72510
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Sigmaringen


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