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Presseschau

29.09.2014 - Bad Säckingen (Baden-Württemberg):
Verschüttetes Kleindenkmal entdeckt
Eingetragen von Redaktion

Mitglieder des Schwarzwaldvereins finden und sichern oberhalb des Golfhotels einen Grenzstein aus dem Jahr 1623.

Quelle: Foto: Richard KaIser
Einen historischen Markstein aus dem Jahr 1623 haben dieser Tage Gottlieb Burkart, die Vorsitzende Ingrid Bär und der Fachwart für Heimatpflege des Schwarzwaldvereins Bad Säckingen, Gottfried Nauwerck (von links), bei Obersäckingen entdeckt und vor dem Verschwinden bewahrt.
BAD SÄCKINGEN. Mitglieder des Schwarzwaldvereins sind dafür bekannt, dass sie mit offenen Augen durch die Landschaft gehen. Selbst im tiefen Wald, wo manch Anderer nur Bäume sieht, nehmen sie Dinge wahr, die von Bedeutung sind. So geschehen vor wenigen Tagen, als eine kleine Gruppe des Bad Säckinger Ortsvereins im östlichsten Teil des Stadtwaldes einen etwas zugedeckten historischen Grenzstein aus dem Jahr 1623 fand.

Der Grenzstein lag etwa 300 Meter oberhalb des neuen Golf-Hotels in Obersäckingen. Ein Bagger hatte ihn beim Herrichten der Waldwege freigelegt und zusammen mit Erdreich seitlich gelagert. Beim Freimachen des Steines entdeckten Ingrid Bär und Gottlieb Burkart, die sich neben Gottfried Nauwerck um die Erhaltung der Bad Säckinger Kleindenkmale kümmern, den Wert des Steines. Er trägt neben der Jahreszahl auch die Initialen SB (Säckinger Bann). Aus Gründen der Denkmalpflege und um diesen historischen Grenzstein vom Abtransport durch Unbefugte zu schützen, gruben die drei den Stein nach Rücksprache mit einem Vermessungsfachmann unverzüglich im Umfeld seines ursprünglichen Platzes auf halber Länge wieder ein.



Den Stein zentimetergenau an seine einstige Stelle zu setzen, war nicht mehr möglich, weil der Waldweg inzwischen verbreitert ist. Das ist freilich ohne Belang, weil dieser Stein aus dem Jahre 1623 seine Bedeutung als Gemarkungsgrenzstein gegenüber Obersäckingen bei der Katastervermessung gegen Ende des 19. Jahrhunderts verloren hatte. Bei der damaligen Vermessung wurde die Gemarkungsgrenze an einigen Stellen begradigt, die bis dahin gültigen Steine wurden aber nicht entfernt. So auch jener in der Obermatt, einem kleinen Wiesenstück, das am Krebsbach entlang verlief. Kaum dem Stadtwaldgebiet zugehörig, wurde es aufgeforstet. Seither gehört es dem Waldverband an.

Im Jahre 1623 ließ die Stadt Säckingen 157 Marksteine setzen, mit denen sie sich von den Gemarkungen Obersäckingen, Murg, Rippolingen, Harpolingen und Egg abgrenzte. Etliche bereits vorhandene Grenzsteine wurden durch diese neuen ersetzt, einige alte Steine wurden aber auch beibehalten. Die meisten Steine stehen heute noch, denn sie wurden beinahe alle bei den Katastervermessungen der sechs Gemarkungen zwischen 1882 und 1891 als Gemeindegrenzsteine angehalten und aufgemessen. In Obersäckingen, seit 1935 keine eigene Gemarkung, erhielten die Gemarkungsgrenzsteine den Status von Grundstücksgrenzsteinen.

Eine weitere Idee haben Ingrid Bär und Gottlieb Burkart im Hinterkopf: Sie wollen den alten Verbindungsweg von der Stadt zum ehemaligen Katzenmooshof wieder aufleben lassen, der in einem 300 Meter langen Zwischenstück zwischen der Bildbuche und der Todtenbühlhütte einen Hohlweg darstellt. Dieser ist als Forstweg schon einige Jahrzehnte nicht mehr in Betrieb und daher ziemlich zugewachsen. Er war einst der erste und kürzeste Weg ins Katzenmoos und entsprechend steil. Nicht nur aus historischen Gründen wäre dieser Weg interessant, sondern auch als Wanderweg, denn die vorhandenen Wanderwege verlaufen überwiegend auf forstlichen Holzabfuhrwegen, die sich parallel zum Berg hinziehen und so weniger steil sind.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/, 16.09.2014
Ortsinformationen

Bad Säckingen

Ort: Bad Säckingen
PLZ: 79713
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Waldshut


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