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19.11.2017
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Presseschau

13.10.2014 - Aach (Baden-Württemberg):
Grenzstein stammt wohl von Ludwig I.
Eingetragen von Redaktion

Beim Bau der Maria-Weigert-Straße in Bad Abbach tauchte ein großer Steinquader auf. Archivar Dr. Alfons Kraus schreibt ihm eine besondere Rolle zu.

Quelle: Foto: Hueber-Lutz
Der Besitzstein Ludwig I. steht nun beim Rathaus und erhält auch noch eine Tafel. Dr. Alfons Kraus (links) zeigte Bürgermeister Ludwig Wachs die „Unterschrift“ des Wittelsbacher Herzogs.
Von Gabi Hueber-Lutz

BADABBACH. Seit kurzem steht ein großer Steinquader in der Wiese vor dem Parkplatz am Rathaus. Ein ganz besonderer Stein, vermutlich hunderte von Jahren alt. Vieles spricht dafür, dass mit ihm Ludwig I., der Kelheimer seinen Besitz markierte. Davon ist der frühere Archivar Dr. Alfons Kraus überzeugt.

Als unterhalb des Rathauses die Maria-Weigert-Straße gebaut worden ist, habe er am Weg zum Archiv jeden Tag hier vorbei geschaut und dabei beobachtet, wie Bauarbeiter einen großen rechteckigen Stein aus der Erde befreiten. Gleichzeitig wurde der alte Weg, der früher vom Markt aus nach Gemling führte, im Untergrund sichtbar. Dabei zeichneten sich auch Fundamente ab, die nach Kraus‘ Dafürhalten von dem Zollhäuschen stammten, in dem damals die Straßenmaut erhoben wurde. In dessen Nähe lagerte auch der behauene Stein. Bei dem Stein handelt es sich nach Kraus’ Überzeugung um einen Markstein. 1224 hatte Ludwig I. der Kelheimer einen Vertrag mit den Mönchen des Klosters Prüfening darüber geschlossen, wer was bekommt. Das heutige Königswiesen und einige Höfe in Matting hatte er für den Grund, den er samt Umgriff für den Bau der Burg benötigte, eingetauscht. In einer Urkunde vom 13. Januar 1224 wird beschrieben, dass der neu eingetauschte Grund markiert wurde. Und der ging bis zu den Uferböschungen von Kübelsbrunn. So hieß die Flur, die heute den Namen Goldtal hat.

Der Stein erregte die Aufmerksamkeit des Archivars aber nicht nur wegen seines Fundorts. Er hat auch große Ähnlichkeit mit den Buckelsteinen, die beim Bau des Heinrichsturms verwendet wurden. In den 1220er Jahren wurde der Turm in seiner heutigen Form errichtet. Die Meinung, dass der Quader mit Ludwig I. zu tun hat, bestärkt auch eine Gravur auf dem Stein. Gleich nach dem Bergen aus der Erde war sie noch nicht sichtbar. Aber als der Regen den Stein allmählich sauber gewaschen hatte, trat eine Musterung hervor, die Dr. Kraus als Wappen der Wittelsbacher identifizierte. Die Wittelsbacher, zu denen auch Ludwig I. gehörte, stellten ihr Wappen teilweise als Friesband in bayerischen Rauten dar. Ein ähnlicher Quaderstein, mit einem besser erhaltenen Fries findet sich in einer Stützmauer am Apothekergassl. „Das war ein Besitzstein der Wittelsbacher“, ist sich Kraus sicher.

Nun hat der altehrwürdige Stein seinen Platz nahe der Stelle gefunden, an der er früher auch war. An den Originalplatz konnte man ihn nicht mehr bringen, denn hier befindet sich nun ein Haus. Demnächst wird noch eine Tafel neben den Stein kommen, sagte Bürgermeister Ludwig Wachs. Sie wird die Innschrift tragen: „Grenzstein zum Burgbergareal 1224 Herzog Ludwig I., der Kelheimer ließ ihn an der Grenze zur Flur „chublesprunne“ (Kübelsbrunn) am ehemaligen Gemlinger Weg setzen.“

Quelle: http://www.mittelbayerische.de/, 08.10.2014
Ortsinformationen

Aach

Ort: Aach
PLZ: 78267
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Konstanz


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