monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
19.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Presseschau

01.03.2012 - Gramastetten (Österreich):
20. Internationale Tagung für Klein- und Flurdenkmalforschung GRAMASTETTEN 2012
Eingetragen von Redaktion

Gramastetten, der Austragungsort der 20. internationalen Tagung der
Klein- und Flurdenkmalforscher, stellt sich vor.
Die 4748 Einwohner zählende Marktgemeinde liegt im Bezirk Urfahr-
Umgebung im oberen Mühlviertel. Der Ortsname Gramastetten leitet sich ab
von den „Stetten des Grimhard“ und reicht ins Frühmittelalter, als Regionen
und Bauernhäuser nach Flur- und Rodungsnamen in Verbindung mit dem
Vornamen der Besitzer bezeichnet wurden.

Bei einer Gesamtfläche von 40,3 km2 grenzt ein Teil des Gemeindegebiets im
SO auch direkt an Linz. 1551 wurde Gramastetten das Wappen vom römischdeutschen
König und späteren Kaiser Ferdinand I verliehen, nachdem bereits
1518 der Ort das Marktrecht erhielt. Die grünen Hügel im Wappen
symbolisieren die erhöhte Lage des Ortes über dem Rodeltal. Der Turm
könnte sowohl auf den landesfürstlichen Markt, als auch auf die Burg
Lichtenhag hindeuten.
Die Gründung geht auf das Adelsgeschlecht der Wilheringer, die das
Zisterzienserkloster Wilhering 1146 erbauen ließen und südlich und nördlich
der Donau weitreichende Besitzungen hatten, zurück. 1110 fanden unter
Ulrich I. und Ottilie von Wilhering sowohl die Pfarrgründung als auch die
Weihe der ersten Kirche statt. Die Ausdehnung der Altpfarre Gramastetten
reichte einst von Linz bis zur böhmischen Grenze. Die prachtvolle gotische
Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Die neugotische Einrichtung stammt
aus dem späten 19. Jahrhundert. Vor der ersten urkundlichen Erwähnung kann
Gramastetten jedoch bereits auf eine sehr frühe Besiedelung zurückgreifen.
Jungsteinzeitliche Steinbeile, bronzezeitliche Hügelgräber in Altlichtenberg,
bis zu römischen Münzfunden in St. Veit sind nur einige Relikte, die das
urgeschichtliche Leben in diesem Gebiet bestätigen. Vom Mittelalter bis in
die Neuzeit haben zahlreiche namhafte Geschlechter die Geschicke des Ortes
geleitet, darunter nach den Wilheringern die Griesbacher, die Babenberger,
Schaunberger, Habsburger bis zu den Starhembergern, um nur einige zu
nennen. Letztere haben heute noch Besitzungen in diesem Gebiet. Der
Protestantismus war in Gramastetten, wie in vielen Pfarren im 17.Jh., ein
Gemisch von katholischen Bräuchen und protestantischem Glauben, den
verheiratete Priester vermittelten. Um 1600 dürfte Gramastetten zur Gänze
protestantisch gewesen sein. Seit 1666 war der Ort wieder katholisch. Kaiser
Ferdinand III ordnete in einem Patent an, dass die während des 30-jährigen
Krieges und des Protestantismus verschwundenen Feldkreuze als
Friedenszeichen wieder errichtet werden sollten. Auch die Franzosenkriege
haben mit dem Feldsdorfer Franzosenkreuz, unter dem feindliche Soldaten begraben liegen sollen, ein sichtbares Zeichen in Gramastetten hinterlassen.
Diesem Patent zufolge kann Gramastetten heute auf zahlreiche schöne
Kleindenkmäler verweisen, die Dr.Thomas Schwierz publiziert hat.
In der Biedermeierzeit 1831 bekam Gramastetten eine Kalvarienbergkirche
und einen Kreuzweg, dessen 15. Station in einer eigenen Grabkapelle
untergebracht ist.
Besonderheiten, die das Bild von Gramastetten prägten und prägen waren der
Nachtwächter Pertzl, die berühmten Gramastettner Krapferl, die seit 1900
weltweit bekannt sind, und das Rodlbad, das sehr früh schon Sommerfrischler
nach Gramastetten brachte, bis hin zum Gramastettner Lied des
Universalgenies Hans Gielge. Ein intensives Vereinsleben von der
Goldhaubengruppe bis zum Kameradschaftsbund, eine gute Infrastruktur,
sowie eine bezaubernde Landschaft machen diesen Markt lebens- und
liebenswert.

Quelle: Thomas Schwierz, 900 Jahre Gramastetten, Geschichte, Gegenwart und Ausblick einer Mühlviertler Pfarre. Gramastetten 2009., 01.03.2012

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Informationen zur 20. Internationalen Tagung für Klein- und Flurdenkmalforschung GRAMASTETTEN 2012 finden Sie im angehängten PDF


Dateianhänge zu diesem Beitrag:
Mitteilungsblatt des Arbeitskreis für Klein- und Flurdenkmalforschung im OÖ
Ortsinformationen

Gramastetten

Ort: Gramastetten
PLZ: 4201
Land:Österreich


Verwandte Beiträge

Flurdenkmale (58)
Österreich (21)
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß