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Presseschau

07.06.2011 - Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern):
Naturschutzbund will Sühnestein restaurieren
Eingetragen von Redaktion

Geheimnisumwittertes Denkmal unweit von Santow ist stark verwittert.

Sühnestein
Quelle: http://www.ln-online.de/lokales/nordwestmecklenburg/3139016/Naturschutzbund_will__S%C3%BChnestein_restaurieren
Ein Sühnestein steht in einem Naturschutzgebiet unweit von Santow. Foto: Karl-Ernst Schmidt
Geheimnisumwittertes Denkmal unweit von Santow ist stark verwittert.

Grevesmühlen – Ein stark verwitterter Felsstein im sumpfigen Moorwald, der sich nach Jahrhunderten scheinbar unter seiner Last (und vielleicht auch seines grausigen Geheimnisses?) bedrohlich zur Seite neigt – schätzungsweise um die 700 Jahre soll er alt sein, der etwa zwei Meter hohe Sühnestein bei Santow. Kein Weg führt zu ihm, unbeachtet fristete er lange im Uferbereich des Santower Sees sein Dasein. „Wir wollen den Stein restaurieren, damit er nicht noch weiter verwittert“, sagt Martin Bauer, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Nordwestmecklenburg/Wismar.

Der Santower Sühnestein sei ein Stück regionaler Kulturgeschichte, deshalb müsse er auch nicht in ein Museum gestellt werden. „Er gehört in sein Umfeld“, sagt Bauer, und solle dort bleiben. Lange habe sich niemand drum gekümmert. Der Nabu hat mit Mitgliedern und Helfern in Absprache mit der Stadt Grevesmühlen in letzter Zeit einiges bewegt in diesem Gebiet, um historische Zeugen für jetzige und künftige Generationen wieder sicht- und erlebbar zu machen. Zum Beispiel durch Grabungen und eine Grenzsteinanlage mit 24 Steinen.

Der Sühnestein steht momentan ganz vornean. Ein Gutachten vom Denkmalschutz liegt inzwischen vor. „Als nächstes gilt es, einen Restaurator zu finden und die Finanzierung zu klären, wobei wir auch auf Fördermittel hoffen“, sagt Bauer. Aber das könne sich alles noch hinziehen. Er unterstreicht, es gehe um „keinen Nachbau und keine Luxussanierung“. Bauer kann sich zudem eine sanfte touristische Erschließung vorstellen. Der Stein stehe zwar im Naturschutzgebiet und dazu in recht unwegsamem Revier. Vorstellbar sei aber, einen kleinen, zwei Meter breiten Pfad freizumähen. „Wer zum Stein will, kommt auch dorthin und kann gleich ein Stück schöne Natur erleben.“

Dann sind da noch die unentdeckten Geheimnisse des Sühnesteins. „Wir wissen nicht, was da draufsteht“, sagt Bauer. Was war der schreckliche Anlass? Seit 1815 soll er an jetziger Stelle als Grenzstein von Feldmarken genutzt und dazu versetzt worden sein. Die Buchstaben „St.G.“ (Stadt Grevesmühlen) und „A.G.“ (Amt Grevesmühlen) sind eingemeißelt. Die anderen Inschriften und Darstellungen sind geheimnisumwittert.

„Es wäre gut, wenn es mit der Restaurierung klappt“, sagt Stadtchronist Eckart Redersborg. Schüler hätten den Stein in der 70er-Jahren wiederentdeckt. Redersborg verweist gleichzeitig darauf, dass „der Sühnestein historisch garantiert woanders stand“. Solche Steine hätten nicht im Sumpf sondern an Verkehrswegen gestanden – wo auch Kaufleute überfallen und manchmal sogar ermordet wurden. Redersborg hält den in früheren Jahrhunderten über Santow nach Klütz führenden Verkehrsweg für geeignet. Es gebe, etwa 250 Meter südlich der Ortslage Santow, eine Landwehr. Ein kleiner, mit Büschen bewachsener Erdwall. Für Redersborg, auch wegen guter Erreichbarkeit, ein „idealer Standort“. Andere Lösungen seien jedoch auch nicht abzuweisen.

Rentner Fritz Bahr, Jäger und naturverbundener Grevesmühlener, kennt den Stein schon seit Jahrzehnten, wohnte einst in der Nähe im Gutshaus. „Ich bin traurig, wie er aussieht, und froh, dass nun etwas mit ihm passiert“, sagt er. Der Stein solle nach seiner Meinung bleiben, wo er ist. „Ja, der Standort ist schwer zu finden.“ Aber ein kleiner Weg, rund 150 Meter vom Santower Weg aus, könnte Wanderer und Radfahrer an diese historisch interessante Stelle führen. Und wenn sich bald Experten mit der Restaurierung beschäftigen, hofft Fritz Bahr, „ja vielleicht können sie dann die Inschriften entziffern und das Geheimnis des Santower Sühnesteins endlich lüften“.
Von Wilfried Erdmann

Quelle: http://www.ln-online.de/lokales/nordwestmecklenburg/3139016/Naturschutzbund_will__S%C3%BChnestein_restaurieren, 07.06.2011
Ortsinformationen

Grevesmühlen

Ort: Grevesmühlen
PLZ: 23936
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Kreis: Nordwestmecklenburg


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