monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
19.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Presseschau

04.02.2011 - Thundorf in Unterfranken (Bayern):
Steine mit Historie
Eingetragen von Redaktion

Beim Stammtisch „Ortsgeschichte“ sind alte Grenzzeichen Thema
Vor zehn und mehr Jahren wurden in vielen Gemeinden Arbeitskreise zur Agenda 21 gebildet. Einer dieser Arbeitskreise des Gemeinderates Thundorf befasste sich unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Felix Braun mit Brauchtum und Geschichte.

Steine mit Historie
Quelle: Philipp Bauernschubert
Geschichtsträchtige Grenzzeichen: Aus der Zeit Johann Heinrichs von Rosenbach stammt dieser Grenzstein von 1683, der in Thundorf bei Reinhold Weisensee aufbewahrt wird.
„Steine erzählen Geschichten“ – gemeint sind Grenzsteine – waren damals bereits ein Thema. Nun sind sie es wieder, bei dem durch Altbürgermeister Braun, mit Unterstützung von Günther Saar, ins Leben gerufenen Stammtisch „Ortsgeschichte“. Grenzsteine stehen im Mittelpunkt der nächsten Zusammenkunft am Montag, 7. Februar, um 19 Uhr im Sportheim des TSV Thundorf, zu der alle Interessierten eingeladen sind.

Braun verfasste anlässlich der Arbeit im Agenda-Arbeitskreis eine Niederschrift. Mit ihr will er den Bürgern die markanten Grenzzeichen der Gemarkung Thundorf vorstellen und deren Bedeutung und Beschriftung näher bringen.

So gibt es die einfachen Gemarkungssteine, die auf der Thundorfer Seite ein „T“, auf der Weichtunger ein „W“, auf der Maßbacher Seite ein „M“, auf Rothhäuser Seite ein „R“ und in Richtung Stadtlauringen ein „S“ aufweisen. Nach ihrem Alter sortiert stellte Braun auch die Grenzzeichen des ehemaligen Hofgutsbesitzers Benckiser vor. Aus Strahlunger Muschelkalk gefertigt, tragen sie ein „B“ als Zeichen.

Braun und andere Teilnehmer des Agenda-Arbeitskreises bedauerten damals, dass im Zuge der Flurbereinigung in den Jahren 1959 bis 1965 sehr viele Steine mit historischem Wert verschwunden sind.

Ein besonderes historisches Grenzzeichen ist auch der sogenannte Bildhäuser Grenzstein mit dem eingemeißelten Bischofsstab, der 1998 bei Baggerarbeiten in der Theinfelder Flur zum Vorschein kam. Er ist bei Felix Braun ebenso deponiert wie ein Stein mit den Initialen JNW, die für Johann Nikolaus Wiener stehen, einen Verwalter der Herren von Rosenbach.

Aus deren Zeit, die von 1676 bis 1806 reichte, ist noch ein gut erhaltener Sandstein bei Reinhold Weisensee vorhanden, der das Zeichen JHR 1683 trägt, was für Johann Heinrich Rosenbach steht.

Ein geschichtsträchtiger Grenzstein aus der vorhergehenden Zeit der Schaumberger, von 1375 bis 1676, steht heute noch zwischen Herrnholz und Birkich an der Gemarkungsgrenze zu Weichtungen. Er trägt die Inschrift „WS – 1595“ und wird Wilhelm von Schaumberg zugeschrieben.

Es bestanden jedoch Zweifel ob diese Zuordnung und die Jahreszahl stimmen. Deshalb hat man den Heraldiker und Schaumbergkenner Martin Knoch in Coburg kontaktiert. Dieser schloss sich der Ansicht an, dass es wohl Wilhelm von Schaumberg war, Vater von Veit Ullrich von Schaumberg, der den Grenzstein setzen lies. Veit Ullrichs Witwe stirbt 1599 in Thundorf, daher würde die Jahreszahl zu ihrem Schwiegervater passen.

Nach dem Verkauf der Schaumbergs an die Herren von Rosenbach um 1676 seien alle Wappen der Schaumbergs ausgemeißelt worden, um die Erinnerung an die evangelische Zeit in Thundorf zu tilgen. Das könnte nach Knoch auch mit diesem Stein geschehen sein, der wohl, wie damals üblich, ein Wappen getragen habe.

Aufgrund der Einladung zum Geschichtsstammtisch meldete sich Roman Blum bei Altbürgermeister Braun. Bei ihm ist ein Stein deponiert mit der Aufschrift NW 1751.

Schon der Agenda-Arbeitskreis hat vor zehn Jahren lebhaft darüber diskutiert, was man Sinnvollerweise mit den eingelagerten, historischen Grenzsteinen machen solle. Es gab Vorschläge wie „Aufstellung an markanten Punkten in der Gemeinde“ oder einmauern in eine zentral gelegene und sichtbare Bruchsteinmauer.

Altbürgermeister Braun könnte sich in diesem Zusammenhang die Rückseite des Brau- und Backhauses am Kirchplatz vorstellen. Umgesetzt worden sind diese Vorschläge bisher aber nicht. Vielleicht gibt der Stammtisch „Ortsgeschichte“, der alle Monate abwechselnd in Rothhausen und Thundorf, tagt hier neue Impulse. Die Grenzsteine sind Thema der Zusammenkunft am Montag, 7. Februar, um 19 Uhr im Sportheim des TSV Thundorf.

Quelle: mainpost.de, 04.02.2011

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Von unserem Mitarbeiter Philipp Bauernschubert


Weitere Bilder zum Thema:
Steine mit Historie
Steine mit Historie
Steine mit Historie
Ortsinformationen

Thundorf in Unterfranken

Ort: Thundorf in Unterfranken
PLZ: 97711
Bundesland:Bayern
Kreis: Bad Kissingen


Verwandte Beiträge

Grenzstein (163)
Bayern (202)
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß