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18.11.2017
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Presseschau

31.12.1999 - Ebern (Bayern):
Spürsinn war gefragt
Eingetragen von Redaktion

Flurdenkmäler sind Zeugnisse der Vergangenheit.
Reinhold Albert dokumentierte alle Bildstöcke im Bereich von Ebern.

Vier dicke Ordner mit Bild- und Textmaterial ergab die Bestandsaufnahme der Flurdenkmäler rund um Ebern durch die Eberner Polizeiinspektion: "Ein Beleg für die Vielfalt und die bis heute anhaltende Tradition an Bildstiftungen", lobt Dr. Rembrandt Fiedler vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Der Anlaß für die Bestandsaufnahme war eher traurig: In Unterpreppach, Frickendorf, Lußberg, Fitzendorf, Breitbrunn und Goßmannsdorf waren Bildstöcke mutwillig zerstört oder gestohlen worden. Bei den Ermittlungen erwies es sich als hinderlich, daß es von den Denkmälern oft keine Fotografien gab.

Andererseits wurde ein Flurdenkmal, von dem in der Presse ein Bild veröffentlicht wurde, wiedergefunden.

Deshalb ging Polizeihauptmeister Reinhold Albert daran, die Flurdenkmäler um Ebern zu katalogisieren. "Ich habe den Auftrag gern angenommen", so Albert, der im Landkreis Rhön-Grabfeld ehrenamtlich Kreisheimatpfleger ist.

Systematisch suchte er die Denkmäler auf, fotografierte sie und hielt Standort und Besonderheiten fest. Teilweise waren die Denkmäler nicht leicht zu finden, da sie verwittert oder umgestürzt waren. "Hier war kriminalistischer Spürsinn gefragt", sagte Albert. Um sich über die Inschriften auf den Denkmälern und die Sagen und Legenden, die daran anknüpfen, zu informieren, durchforschte er Gemeindearchive und heimatkundliche Literatur.

Vor Ort konnten ihm oft ältere Menschen weiterhelfen. Sie wußten, wo ein Flurdenkmal steht und welche Geschichten sich darum ranken: Bei Losbergsgereuth zum Beispiel erinnert ein hölzernes Wegkreuz aus dem dreißigjährigen Krieg daran, daß an dieser Stelle ein Pfarrer ermordet wurde.

679 Objekte - Bildstöcke, Sühnekreuze, Fluraltäre und mehr - erfaßte Albert auf diese Weise. Die ältesten der Denkmäler stammen aus dem Mittelalter. Eines der neuesten ist ein Grenzstein aus dem Jahr 1991, der an den Verlauf der innerdeutschen Grenze erinnert.

Albert ist sich sicher, 95 Prozent der Flurdenkmäler um Ebern erfaßt zu haben. Dennoch wird er die Materialsammlung ständig aktualisieren, etwa wenn ein Denkmal renoviert wird. Die Dokumentation wurde bereits Landrat Rudolf Handwerker vorgelegt, außerdem Kreisbaumeister Günter Grobe und Dr. Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege. Sie soll nicht ausschließlich polizeilichen Zwecken dienen, sondern jedem offenstehen. Deshalb hofft Reinhold Albert, daß seine Arbeit durch die Kreisheimatpfleger fortgeführt wird.

Quelle: MainPost Newsline , 31.12.1999
Ortsinformationen

Ebern

Ort: Ebern
PLZ: 96106
Bundesland:Bayern
Kreis: Haßberge


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