monumentum.net  
Presseschau Termine ebay Alarm Forum Bücherecke Surftipp Lexikon
Anmelden / Mein Konto
18.11.2017
Drucken | Senden | Bookmark

Lexikon

3. Der Friedhof hat in der jüdischen Tradition mehrere Namen
erfasst von Redaktion 

Zu den ersten Einrichtungen, die eine jüdische Gemeinde schaffen möchte, gehört die Anlage eines Friedhofs; denn die würdige Bestattung und die dauerhafte Ruhe der Toten zählt seit biblischen Zeiten zu den geradezu selbstverständlich gewordenen Geboten des menschlichen Zusammenlebens.

Die jüdische Kultur kennt für den Friedhof mehrere Namen: Der Ausdruck Beth ha qewaroth (angelehnt an Nehemia 2,3), das Haus der Gräber, leitet sich von "Kewer awot" wörtlich Grabstätte der Eltern, ab.
Hier wird das Gefühl wachgerufen, das über Generationen all jene berührt hat, die - zur Auswanderung gezwungen - sich zum letzten Mal auf dem Friedhof versammelten, um von den Gräbern, die sie zurücklassen mußten, Abs"hied zu nehmen.
Und zu den "Kewer awot Jahrzeit Hebräisch/aramäisch heißt der Friedhof Beth olam, das ewige Haus oder das Haus der Ewigkeit (angelehnt an Koheleth 12,8). Hiermit wird sowohl die Dauer der Ruhe als auch die Erwartung von Ewigkeit angedeutet. Der Ausdruck Beth ha chaijm, das Haus der Lebenden (angelehnt an Hiob 30,23:
"Denn ich weiß, du wirst mich zum Tod gehen lassen, zum Haus, da alle Lebendigen zusammenkommen" vermeidet beschönigend die Nennung des Todes und weist auf die Auferstehungs- und Lebenshoffnung hin. Der lebendige Gott ist "kein Gott der Toten" sondern vermag die Toten wieder zu beleben."
Aus dem Jiddischen ist der Ausdruck "Getort" eine Abwandlung von "der gute Ort

Der Talmud erwähnt öfter den Beth ha qewaroth, der den Charakter eines öffentlichen Friedhofs hatte. Vermutlich gab es neben dieser verbreiteten Art des Friedhofs auch Einzel- und Familiengräber.
Quelle: Quelle: http://www.pomoerium.de/archiv/varia/ridder1.htm
Home | Newsletter | Impressum | Urheberrecht © 1995 - 2008 monumentum.net -- Beachten Sie unseren Haftungsausschluß