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23.08.2017
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Lexikon

Taternpfähle
erfasst von Redaktion 

Tatern- oder Zigeunerpfähle sind Rechtszeichen gewesen, mit denen Landesfürsten und später auch Kommunen die Bewegungsfreiheit des landfahrenden Volkes regelten oder auch einengten.

Anfang des 15. Jahrhunderts traten die Roma bzw. Sintis bei uns in Erscheinung. Von der seßhaften Bevölkerung wurden sie als Tatern, Tartern oder auch als Zigeuner bezeichnet.
Zunächst gut aufgenommen – Sie erhielten u.a. auch königliche Schutzbriefe. – wurden sie und auch anderes landfahrendes Volk 1497 auf dem Reichstag zu Lindau als "Erfahrer, Ausspäher und Verkundschafter der Christenlande" bezeichnet, denen das Umherziehen im Lande nicht gestattet werden sollte.

Am 30. November 1709 wurde im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg eine Verordnung erlassen , welche den umherziehenden Zigeunern galt: "...Damit nun dieses zu jedermännigliches Notitz komme, sollen deshalb an denen Grentzen Pfähle gesetzet, und ihnen die beym Eintritt in diese Lande zu erwartende Leib- und Lebensstraffe darauf (bildhaft) angedeutet werden; auch es sonst gewöhnlicher Oertern öffentlich angeschlagen und von denen Cantzeln verlesen werden. Georg Ludwig Churfürst"

Die hölzernen Pfähle und Schilder haben die Jahrhunderte nicht überdauert. Lediglich im Nördlinger Museum ist noch ein Original-Taternschild vorhanden. Im Grazer Joanneum findet sich noch eine Verbotstafel.
Quelle: Alma Schumacher, Taternpfähle im südlichen Niedersachsen, Heinum 2000 (Manuskript).
Graz
Taternpfahl
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