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20.10.2017
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Lexikon

Vorgeschichtliche Schalensteine
erfasst von Redaktion 

Der Schalenstein von Bunsoh / Ditmarschen

Bunsoh ist bekannt durch das Naturdenkmal Schalenstein. Der Schalenstein ist übersät mit über zweihundert Vertiefungen von fünf bis zehn Zentimetern Durchmesser. Dazwischen erkennt man Händepaare und Fußspuren verschiedener Größe. Dieser Grabkammerstein ist von Menschenhand bearbeitet worden und gilt als größter Kultstein Europas.

Das wichtige und weit über Schleswig Holstein hinaus bekannte archäologische Denkmal hat seine besondere Geschichte: 1874 öffnete Amtsgerichtsrat Westedt aus Meldorf einen monumentalen Grabhügel in Bunsoh und entdeckte darin ein Megalithgrab mit drei Decksteinen.

Der westliche Deckstein, ein 2,25 m langer und auf der oberen Seite reichlich 1 m breiter Stein aus zum Teil konglomeratischem kambrischem Quarzit, trägt eine große Anzahl eingehauener Schälchen, dazu u. a. Hand-, Fuß und Raddarstellungen.

Westedt kaufte 1878 den Hügel mit dem Stein. 1904 überließ Westedts Schwester das Grundstück unentgeltlich dem Kreis Süderdithmarschen. Das Denkmal befand sich damals in einem schlechten Zustand. So waren die äußeren Decksteine (also auch der Schalenstein) abgestürzt, und man mußte darangehen, das ganze Grab instand zu setzen. Dabei wurde es 1908 von Rothmann, Kiel, noch einmal fachgerecht untersucht. 1930 hat dann das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz von dem Schalenstein einen Gipsabguß genommen. Diese Kopie wurde 1982/83 in Kunststoff abgeformt. Kopien der Kopie von 1930 stehen heute im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz und im Museum für Dithmarscher Vorgeschichte in Heide.

Seit 1970 sind im Landesamt für Vorund Frühgeschichte von Schleswig-Holstein Klagen aktenkundig, daß der Schalenstein mit den von Landwirten um das Denkmalgrundstück abgelagerten Felssteinen von Kindern »bombardiert« werde und dadurch schweren Schaden nehme. Derlei läßt sich verhindern Schlimmer ist, daß Archäologen und interessierte Laien feststellen mußten wie rapide der Stein erkennbar verwitterte.
Quelle: Reichstein, J.: "Umweltproblem Steinfraß" in "Archäologie in Deutschland, Hsg.: Theiss Verlag, 1986, H1, S. 2ff
Aufnahme eines Schalensteins
Zeichnung eines Schalensteins
Schalenstein
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