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24.03.2017
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Lexikon

Teufelstein
erfasst von Redaktion 

Bis heute ist nicht geklärt, wie die sog. Teufelsteine wissenschaftlich einzuordnen sind.
Der Streit über das "Für und Wider", aber auch der heutige Kenntisstand zeigt sich exemplarisch an dem berühmten Teufelstein in den Fischbacher Alpen in Österreich.

"Teufelstein" im Zentrum von Dreiecksbeziehungen

Erwiesen: Der Fischbacher Teufelstein steht nicht zufällig, wo er steht.

Dort, wo die Fischbacher Alpen am höchsten sind, steht der "Teufelstein" und zu den Sagen, die um den alten Stein gewoben wurden, kommen erstaunliche Daten. "Er steht in exakten geometrischen Beziehungen zu Kirchen und markanten Orten in der Umgebung: Sie bilden untereinander pythagoreische Dreiecke, also gleichschenkelige oder gleichwinkelige Dreiecke, deren Seiten zueinander im ganzzahligen Verhältnis stehen", hat der heute achtzigjährige, pensionierte Kindberger Rechtsanwalt Hubert Stolla herausgefunden. In diesem Beziehungsgeflecht stehen zum Beispiel: die Pfarrkirche Birkfeld, die Kirche St. Oswald in Gasen, die Wallfahrtskirche Maria Rehkogel am Frauenberg bei Bruck/Mur und die Wallfahrskirche St. Ulrich in Stanz/M., die alle auf alten, heidnischen Kultstätten stehen. Ein neues mathematisches Gutachten von Univ.-Prof. Josef Gölles vom Joanneum-Research beweist: Zufall ist mit einer Quote von 800.000 zu eins ausgeschlossen.

Das Alter des sieben Meter hohen Steins wird auf 5000 bis 10.000 Jahre geschätzt. "Zur Wintersonnenwende geht die Sonne genau hinter ihm auf", sagt Kalenderexperte Sepp Rothwangl, der überzeugt ist, daß der Stein früher in vorchristlicher Zeit als Kalender funktionierte. Bemühungen, ihn als ältestes Bauwerk unter Denkmalschutz zu stellen, laufen seit Jahren. Der Antrag wird zur Zeit in Wien im Ministerium geprüft.

"Die Gelehrten haben immer gesagt, ich spinne. Vermessungen in vorkeltischer Zeit kann es nicht gegeben haben", entrüstet sich Stolla. Durch viele Gespräche, die der pensionierte Rechtsanwalt mit Bauern führte, war sein Interesse erwacht. "Ich ließ die Osterbeichtbußwege nachmessen. Noch vor 70 bis achtzig Jahren hat etwa der Pfarrer von Stanz zur Buße aufgetragen: drei Vaterunser in Stanz, drei in Gasen, drei in Strallegg. Ich habe die Koordinaten genommen und sie ans Vermessungsamt gegeben." So kamen die geometrischen Muster ans Tageslicht, deren zufälliges Zustandekommen jetzt ausgeschlossen wurde.

Nur Irrungen um den Teufelstein?

Immer wieder tauchen Berichte über eine geometrische Figur aus Dreiecken auf, die der Teufelstein bei Fischbach mit einigen Kirchen bilden soll und die auf das Wissen alter Kulturen zurückzuführen sei.

Was sagt der Prähistoriker dazu?
KRAMER: Eine bestimmte Gruppe baut seit Jahren ein Phantasiegebilde um den Teufelstein. Weder bei der Kirche in Birkfeld noch bei der in Gasen oder am Frauenberg bei Bruck hat jemals so eine Kultstätte bestanden. Wer so etwas behauptet, hat von der Urgeschichte der Steiermark keine Ahnung.

Es gibt ein mathematisches Gutachten, das ausschließt, daß so eine Figur zufällig entsteht.
KRAMER:
Dreiecke lassen sich zwischen beliebigen Orten konstruieren. Das liegt an der Kartographie, weil die Erdkugel ja flach dargestellt werden muß. Es wird auch ständig ein Gutachten zitiert, in dem steht, daß der Stein bearbeitet wurde. Ich kenne es, darin steht auch, daß nichts beweist, daß das in prähistorischer Zeit geschehen sei. Ende des vorigen Jahrhunderts war dort eine Aussichtswarte.

Mit Diether Kramer sprach Annelies Pichler

Teufelstein: Nun sind US-Forscher am Zug
Proben werden im Atomforschungszentrum Los Alamos (New Mexiko) begutachtet. So soll das Alter des Teufelstein bestimmt werden.
VON HANS BREITEGGER


Der sagenumwobene Teufelstein bei Fischbach, Bezirk Weiz, erhitzt die Gemüter mehr denn je: Nun sollen US-Atomforscher in Los Alamos Klarheit verschaffen. Hartmut-Johannes Obenholzner von der Montanuniversität Leoben ließ seine Kontakte zum Atomforschungslabor spielen und schickte die Proben in die USA. Dort wird das Gestein untersucht. "Das ist teuer und kann nur in Amerika durchgeführt werden", versichert der Laborant Franz Seidl, ein Mitarbeiter Obenholzners. "Aber nur so kann das Alter des Steins bestimmt werden." Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Streit. Derzeit streiten sich die heimischen Experten darum, ob der Teufelstein ein Naturdenkmal ist oder von Menschenhand geschaffen wurde. Der Pensionist Hubert Stolla aus Kindberg und der Forstwirt Sepp Rothwangl aus Kapfenberg befassen sich schon seit Jahren mit dem Teufelstein. Sepp Rothwangl verweist auf vier Punkte, die - seiner Meinung nach - unumstößlich sind und beweisen, daß der Teufelstein einst Mittelpunkt heidnischer Kultstätten war und den Menschen damals als Kalender gedient hatte. So ist an einer der behauenen Kanten zur Wintersonnenwende der Sonnenaufgang zu sehen. Weitere Details: Hubert Stolla hatte schon vor Jahren festgestellt, daß der Teufelstein mit dem sagenbehafteten Königskogel und vier Kirchen der näheren und ferneren Umgebung ein geometrisches Muster von pythagoräischen Dreiecken darstellt. Und die beiden Hobby-Forscher sind überzeugt, daß der Stein mit zwei, ihrer Meinung nach prähistorischen Steinmalen in Langenwang und Hadersdorf bei Kindberg ein rechtwinkeliges Dreieck im "Goldenen Schnitt" bildet. Erstmals bestätigen auch anerkannte Wissenschaftler und Mathematiker diese Berechnungen.

Blödsinn. "Alles Blödsinn", sagt dazu der Prähistoriker Diether Kramer, vom Landesmuseum Joaneum in Graz. "Der Teufelstein ist ein wunderschönes Naturdenkmal. Um die Jahrhundertwende wurde auf dem Stein eine Aussichtswarte errichtet, daher die bearbeiteten Flächen." Der Geologe Georg Haditsch wiederum kommt in einem Gutachten zu der Ansicht, daß der Stein vor fünf bis zehntausend Jahren von Menschenhand behauen oder geschliffen wurde. Haditsch: "Durch die Verwitterung kommen immer mehr Quarze zum Vorschein - auch an den behauenen Kanten. Die können unmöglich erst nach Errichtung der Aussichtswarte entstanden sein." Ein Wiener Geograph glaubt in einem Gegengutachten, der Teufelstein sei durch Flugsand entstanden.

Die Entscheidung, ob der Teufelstein unter Denkmalschutz gestellt werden soll, obliegt nun dem Ministerium für Unterricht und Kunst. Das Bundesdenkmalamt in Graz hatte den Antrag der Hobby-Forscher in erster Instanz abgelehnt. Landeskonservator Friedrich Bouvier: "Unsere Experten sind der Ansicht, daß es sich um ein Naturprodukt handelt. Ein solches kann nicht unter Denkmalschutz gestellt werden." Übrigens: Sepp Rothwangl verlegt die Teufelstein-Open Air-Veranstaltung (Samstag, 18 Uhr) in die Georgibergkirche Kindberg.
Quelle: "Teufelstein" im Zentrum von Dreiecksbeziehungen
Ein Teufelstein in Niederbayern
Fischbacher Teufelstein
Diether Kramer
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