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27.06.2017
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Lexikon

Gerichtstische
erfasst von Redaktion 

Bei einer Gerichtsstätte unterscheiden wir den "Gerichtstisch", auf dem z.B. bei Totschlagsverhandlungen die Leibzeichen, also Beweise wie die abgeschnittene Hand, das blutige Kleid lagen, um den Tisch den Sitz des Richters und der Schöffen. Tisch und Bänke sind gern von Stein gewesen, manchmal nur der eine oder andere. Daher die Bezeichnung Freistein (sie und der Platz um sie waren "gefreit"), Freibank, Freistuhl. Dieser Platz war mit Schnüren, Zäunen, Gräben, Schranken abgesperrt, daher der Gerichtsplatz auch die Schranne, bzw. Reifenstein. Außerhalb dieser Hegung waren die Zuhörer. Der Platz innerhalb aber war gefreit, das heißt, der Raum war ausgenommen von jeder Betätigung der Privatrache, die einst ja das Übliche war ..

Viele Bestandteile der Gerichtsplätze, wie z.B. Gerichtstisch oder die Steinstühle finden sich noch heute, jedoch oft infolge von Baumaßnahmen oder Diebstahl aus dem Zusammenhang gerissen. Meldungen, wonach das eine oder andere wieder aufgefunden wurde, sind nicht selten.
1985 wurde z.B. in der Umfassungsmauer der Dorfkirche von Sandershausen ein Gerichtstisch entdeckt.
Einer der bekanntesten Funde dürfte der Gerichtstisch von St. Georg (Südtirol) sein.

Avers- und Rückseite eines sog. Freisteines, der am Orte des Stammsitzes der Freiherrn von Perfall in Oberperfall (Wasserburg) auf einem Hügel auf einem 40 cm hohen Sockel aufgelegt war. Der Stein stand noch vor 80 Jahren an Ort und Stelle. Derselbe hat eine Länge von 1,50 m, obere Breite 80 cm, untere Breite 85 cm, Dicke bis zu 25 cm. Die Mulde in der Oberfläche ist in der Mitte 5 ½ cm tief. Auf der Unterseite ein eingehauenes Kreuz. Der Stein ist feinkörniger Nagelfluh; Gewicht desselben ca. 20 Zentner. Außen hatte er eine Einfriedung.
Quelle: Deutsche Gaue, 1910, S. 85
Der Gerichtsplatz
Der Gerichtsstein
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