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19.10.2017
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Lexikon

Gerichtsstuhl
erfasst von Redaktion 

Bei einer Gerichtsstätte unterscheiden wir den "Gerichtstisch", Block, auf dem z.B. bei Totschlagsverhandlungen die Leibzeichen, also Beweise wie die abgeschnittene Hand, das blutige Kleid lagen, um den Tisch den Sitz des Richters und der Schöffen. Tisch und Bänke sind gern von Stein gewesen, manchmal nur der eine oder andere. Daher die Bezeichnung Freistein (sie und der Platz um sie waren "gefreit"), Freibank, Freistuhl. Dieser Platz war mit Schnüren, Zäunen, Gräben, Schranken abgesperrt, daher der Gerichtsplatz auch die Schranne, bzw. Reifenstein. Außerhalb dieser Hegung waren die Zuhörer. Der Platz innerhalb aber war gefreit, das heißt, der Raum war ausgenommen von jeder Betätigung der Privatrache, die einst ja das Übliche war ..

Ein solcher "Thingstuhl" ist auch im Perfallschen Schloßgut bei Greifenberg in Oberbayern zu bewundern.

Sicher ist, daß er an diesem Ort nicht von Anfang an stand. Der ursprünglich Standort des Steines war, als Sitz des Hofmarkrichters bei Verhandlungen unter freiem Himmel, das ehemalige Richterhaus in Greifenberg. Als dieses 1959 abgebrochen wurde, stellte man den Stuhl in den Schloßpark.

Unterhalb der Sitzfläche des Sandsteinstuhles findet der aufmerksame Beobachter eine Jahreszahl. Diese Inschrift, die den Stuhl ins Jahr 1442 datiert, dürfte dem Schriftduktus nach nicht richtig sein, es spricht vieles dafür, daß dieser Stuhl erst in jüngster Zeit datiert wurde.

Das wahre Alter des Steinstuhles ist leider nicht bekannt
Quelle: Deutsche Gaue, 1910, S. 85
Gerichtsstuhl von Greifenberg
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